Montag, 14. Januar 2013

Der Staat


Der Staat


 

Ist die Summe seiner Einzelteile. Wie jedes zusammengesetzte Objekt! Egal ob es sich um Maschinen, Menschen, Tiere oder Naturerscheinungen handelt. Ist der Wurm erst mal drinnen, stirbt der Baum. Fehlt das Öl, stehen die Motoren. Krankheitserreger verbreiten sich blitzschnell innerhalb von Vieherden aber auch der menschlichen Gesellschaft.

Ist der Staat also frei von unerwünschten, schädlichen Teilstücken und sind alle Einzelteile gut geschmiert, fühlt er sich gesund. Der Staat wird durch Menschen gebildet. Menschen sind Meister des Verdrängens und Ausblendens. Manch todkranker Mensch, fühlt sich noch kurz vor seinem Abgang Pudelwohl. Kann man dieses Beispiel auch auf einen Staat anwenden? Das einiges dafür spricht, kann an beliebigen Systemen der Vergangenheit anschaulich abgelesen werden.

Der Staat stellt also den Rahmen für das gesellschaftliche, allumfassende Leben innerhalb einer Region und für eine ungewisse Zeit dar. Er wird immer durch den Menschen gebildet und weiterentwickelt. Er wird in Stränge unterteilt, um eine gewisse Aufgabentrennung und Übersicht zu gewährleisten. Jedes Teil des Ganzen konzentriert sich mehr oder weniger auf die ihm gestellten Aufgaben. Zusammen sollte alles klingen wie das Konzert eines vielstimmigen Chores in Begleitung eines Orchesters.

Der Dirigent kennt alle Orchesterteilnehmer, ihre Stärken und Schwächen, er übersieht das Ganze und greift ein, um einen harmonischen Klang zu erzielen und das Publikum zu begeistern. Dafür ist es allerdings unablässig notwendig, auch alle Musikanten vom gespielten Stück zu begeistern. Alle haben ein klar definiertes Ziel und arbeiten gemeinsam darauf hin. Eigenwilligkeiten werden sofort bestraft, durch Missklang, müden Applaus und Abbruch der Veranstaltung.

Der Staat ist kein Orchester. Niemand kann alle und alles innerhalb eines solchen Gebildes im Auge, geschweige denn, im Griff haben. Alles wurde schon versucht. Weder Demokratie oder die Leitung durch Diktatoren noch Sozialismus oder Kapitalismus erbringen und erbrachten einen Staat  der absoluten Begeisterung und des ewigen Seins.

Alle verlassen sich immer wieder auf die gerade vorgegebene, aktuelle Strategie und knüpfen alle Hoffnungen an Einzelpersonen oder Gruppen aus der Mitte des Systems, welche den Lösungen der drängendsten Fragen ihrer Zeit subjektiv am nächsten stehen.

Wie flexibel sind systemgeprägte Menschen in Bezug auf Problemerkennung und unabhängige Lösungsfindung? Welche Einstellungen beherrschen die staatstragenden Elemente? Wie wird innerhalb des ganzen kommuniziert?

Gute Nachrichten werden von Angestellten und Beamten, ob im Staatsdienst oder der Wirtschaft lieber weitergegeben als schlechte Nachrichten. Gutes wird belohnt und schlechtes bestraft. Dies lernt der Mensch schon im Kindesalter von den Eltern. Und so handelt er unbewusst auch als Erwachsener. Vorgesetzte verziehen das Gesicht, bei dem Erhalt einer Hiobsbotschaft und der Überbringer bereut sofort seinen Auftritt. Wenn dann bestimmte Informationen noch einen geldlichen Nachteil für alle bedeuten, sind sie besonders unangenehm und werden vermieden.

Dies ist eine Erklärung für das Verschwinden von Staatssystemen oder auch Firmen der Wirtschaft. Der Mensch macht sich selbst gerne etwas vor, er reagiert auf die äußeren Einflüsse und trifft nach diesen seine Entscheidungen. Oft ohne zu versuchen, sich durch erweiterte Informationsbeschaffung ein objektives Bild der Lage zu machen. Manchmal, am Beispiel der DDR gut nachzuvollziehen, können Menschen trotz eindeutiger Lagemeldungen keine sinnvollen und konstruktiven Entscheidungen mehr treffen. Sie sind dann so von ihrer Geschichte geprägt, dass auch das letzte Fünkchen Flexibilität aus ihnen gewichen ist. Sie könne dann nur noch sehenden Auges in den Untergang schreiten. Auch dafür können fast alle Systeme der Vergangenheit herhalten.

Einige Staatsbedienstete sehen sich und ihre Abteilungen wohl schon als Staat im Staate. Sie treffen eigenmächtige, öfter aber eigenwillige Entscheidungen, bei denen das Risiko von der Allgemeinheit getragen wird. Sie berichten erst, wenn es sich nicht mehr vermeiden lässt und verabschieden sich im schlimmsten Fall mit einer satten Staatspension von ihren Aufgabenbereichen.

Andere, Veränderungen positiv gegenüberstehende Personen scheitern mit ihren Anliegen einfach an den alten, verkrusteten Strukturen, in denen Informationen abgeblockt oder vernichtet werden und vor allem der höfische, nichtssagende Bückling Erfolg hat.

Jede Nachricht kann von Bedeutung sein, ob es sich um eine gute oder schlechte handelt, ist unerheblich. Wie überprüfbar ist sie im Hinblick auf Herkunft und Objektivität, welche Handlungen löst sie aus? Dies sind die entscheidenden Punkte. Reagiert man immer auf dieselbe Art und Weise auf Nachrichten oder kann man dabei eine gewisse Flexibilität an den Tag legen?

Ist der Staat für alle da, oder nur noch für sich selbst? Schließen die Ziele des Staates alle Bürger ein, unabhängig von Herkunft und gesellschaftlicher Stellung? Heben seine Handlungen das Lebensniveau der Massen oder senken sie es? Splittert er die einzelnen Bevölkerungsgruppen bewusst oder unbewusst auf, oder führt er sie zusammen? Wie schnell reagiert er auf Veränderungen der äußeren und inneren Einflussfaktoren? Wie viel Veränderungswille ist vorhanden?

Einige glauben an das System der Räterepublik. Diese Form des Staatwesens trat in der Vergangenheit schon auf, zeichnete sich allerding auch durch eine besonders kurze Halbwertszeit aus. Die direkte Demokratie von unten, das Volk diktiert die Richtung und die Zukunft, alle Funktionäre sind jederzeit abrufbar. Die gesamte Bevölkerung schließt sich in Räten zusammen, im Wohngebiet, in der Stadt, im Land und leitet die in ihren Abteilungen als wichtig befundenen Fragen, Themen und Entscheidungen nach oben weiter. So die durchaus nachvollziehbare Vorstellung.

In der deutschen Wendezeit 1989 entstanden die sogenannten „Runden Tische“, diese werden von einigen mit den Grundsätzen einer Räterepublik gleichgestellt und auch als solch ein Versuch gewertet.

Sieht man sich die Ergebnisse dieses und anderer Versuche der Vergangenheit an und fasst alles in einem Satz zusammen, würde er wohl so lauten:

„Während die einen noch reden, handeln die anderen bereits!“

Die Ergebnisse all der erfolglosen Versuche bestätigen das Unvermögen der Masse, sich in kürzester Zeit auf rationale Ergebnisse zu einigen und Diskussionen zielführend und ergebnisorientiert aufzubauen. Auch fehlt den Teilnehmern dieser Räteformationen der Überblick über die Gesamtlage der Gesellschaft. Sie begeben sich vom Kleinen ins Kleinste, ohne es zu bemerken, da die akuten, persönlichen Probleme eines Menschen für ihn immer die größte Bedeutung haben werden. Jeder Teilnehmer möchte seine Sicht der Welt einbringen, sich seine Welt schaffen und am Ende doch nur die Ansichten anderer negieren. Hinter einer Räterepublik steht zwar auch ein Plan, diesem fehlt es allerdings an Substanz und vor allem an einem, Zeit.

 

Die Auslegung von Recht und Gesetz


Die Auslegung von Recht und Gesetz


 

Auf Urteile der Gerichtsbarkeit reagiert die Masse der Gesellschaft mit Zustimmung, Ablehnung, Verständnis oder Unverständnis. Die Gesetzbücher, entwickelt über einen langen geschichtlichen Zeitraum mit entsprechenden Zusätzen und Streichungen versehen, bilden die Grundlage der Rechtsprechung. Doch entschieden werden alle Fälle von wenigen, den Richtern. Diese werden durch Anwälte, Medien, Zeugen (ob glaubhaft oder nicht), Beweise (ob gefälscht oder nicht), die öffentliche Meinung und selbst durch die gesellschaftliche Stellung der Täter oder die Wichtigkeit der zu treffenden Entscheidung beeinflusst. Des Weiteren beeinflussen sie sich selbst, durch ihre Lebenserfahrung und der daraus entstandenen Einstellungen zu Recht und Gesetz. Selbst die persönlichen Lebensumstände können Einfluss auf Urteile haben. Hat der Richter heute seinen guten Tag, oder hat der Angeklagte Pech gehabt?    

Die Auslegung von Recht und Gesetz erfolgt Systemgetreu. In allen Zeiten und unter allen politischen Gegebenheiten dienen die Gesetze der Machterhaltung des Vorhandenen und der Durchsetzung bestimmter Ziele. Aufgrund der Vielzahl von Einflüssen kann man auch niemals von einer unabhängigen Gerichtsbarkeit sprechen.

Je nach Tragweite der Entscheidung oder Art des zu verhandelnden Falles kochen die Emotionen in allen Lagern hoch und setzen die einsamen Streiter für Recht und Gesetz unter zusätzlichen Druck. Behauptungen aller Seiten müssen bewertet und Beweise gesichtet werden. Der Mensch fühlt sich zu  der einen oder anderen Behauptung mehr hingezogen und bewertet Beweise auch dementsprechend. Wer sagt die Wahrheit und wer ist der Lügner? Wer hat Recht und wer ist im Unrecht? Woher kommen die Beweise und könnte nicht alles arrangiert sein? Wie hängt alles zusammen, wer hat welches Interesse und wem nützt es?

Wie alles in der menschlichen Gesellschaft ist auch die Rechtsprechung ein höchst komplizierter Vorgang, der vor allem aus zwischenmenschlicher Kommunikation besteht. Die auserwählten Richter tragen die Verantwortung für das zukünftige Leben Einzelner und die Entwicklung der gesamten Gesellschaft, manche Entscheidung trägt heute einen globalen Charakter. Denken sie hin und wieder daran?

Es ist alles Auslegungssache. Für alle Gesetze gibt es welche, die diese umgehen. Der Mensch bestimmt alleine alle Ergebnisse. Die Masse der Bevölkerung möchte sicher sein, im Fall des Falles auch Gerechtigkeit zu erfahren. Daran zu glauben fällt vielen immer schwerer, da es offensichtlich ist, das Menschen mit viel Geld oder aus hohen Schichten der Bevölkerung, unabhängig der gegen sie stehenden Vorwürfe, eher in der Lage sind, Urteile durch Vergleiche außerhalb des Gerichtssaales mit entsprechenden Zahlungen zu umgehen. Wenn in solchen Fällen Urteile unterdrückt werden, ist dies nur wenig verständlich. „Schuldig“, „Unschuldig“ oder „nicht zu beweisen“ und die ordentliche Beendigung eines Prozesses sollten auch in der heutigen Zeit Priorität haben.

Dann sind wieder alle vor dem Gesetz etwas gleicher.   

Entwicklung von Unrecht und Boshaftigkeit


Entwicklung von Unrecht und Boshaftigkeit


 

„Jemanden ins Unrecht setzen“, „Jemandes Karriere zerstören“, „Stimmung gegen... machen“, fast jedem ist dieser Sprachgebrauch in der heutigen Zeit schon begegnet. Und jeder verbindet damit andere Gefühle. War er selbst schon einmal Opfer von Boshaftigkeit und kennt die Folgen oder gehört er den zusehenden, mal mitleidigen, mal amüsierten Massen an. Das Verhalten der Mehrheit ist nur verständlich, da die Darstellung von Boshaftigkeit und Unrecht zu den Grundpfeilern der heutigen Unterhaltungsindustrie zählen. Womit können die Menschen heute mehr verbinden, mit einem Helden, dem das Glück alles Gute dieser Welt nur so zufliegen lässt oder dem verschlagenen, hinterhältigen, oft am Boden liegenden Bösewicht, der sich mangels anderer Chancen, sein Stück vom Glück mit unlauteren Mitteln erkämpfen muss? Da der Masse das Glück nicht eben hold ist, kann vom Zweiten ausgegangen werden. Da der Mensch ein Leben lang lernt und er sämtliche Informationen auf die eine oder andere Art, mehr oder weniger intensiv verarbeitet und als Rüstzeug für sein Leben verwendet, er ja aus all diesen Informationen seine Bewusstseins Welt erschafft und sich so auch in das gesellschaftliche Ganze einfügt oder auch nicht, kann den medialen Einflüssen ein großer Stellenwert und eine hohe Verantwortung für die Entwicklung der Individuen zugestanden werden. Öffentliche Medien aller Art kann man schon mit Bildungseinrichtungen gleichsetzen, da viele Menschen eher und öfter mit ihnen, als mit, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen aufbauenden, Schulungsstätten in Berührung kommen.

Der Mensch ist sicher nicht von Geburt an boshaft. Äußere Einflüsse formen ihn zu dem was er ist und er zwingt sich selbst Dinge zu tun, die ihm rechtens erscheinen. Gewalt in der Familie, gegen Fremde, Diebstahl, Betrug. Alle Dinge, die bei der Masse der Gesellschaft ganz klar als Unrecht und Boshaftigkeit gelten, werden von einem unbekannt großen Teil als normal angesehen. Viele Dinge, gerade in Familien, kommen nie ans Licht der Öffentlichkeit. Die betroffenen schweigen, schämen sich und können niemandem Vertrauen. Wer kennt in diesem Fall also die tatsächliche Lage.

Bei anderen „Ungerechtigkeiten“ können die Anzahl von Gefangenen, die Zahl der gemeldeten Vorfälle und die Arten der gemeldeten Vorfälle sicher einen Eindruck vermitteln, in welche Richtung sich das Unrechtsbewusstsein einer Gesellschaft bewegt.

Entscheidend ist und bleibt die Ausrichtung des aufgebauten wirtschaftlichen und sozialen Systems. Druck führt immer zu Gegendruck, Wut zu Gewalt, Not macht erfinderisch im Hinblick auf Beschaffungsmaßnahmen der Betroffenen. Nicht alle Individuen handeln so, einige Leiden still und ertragen alles bis zur völligen Hingabe oder Aufgabe.

Eine Gesellschaft, die lieber Gefängnisse baut und sich über eine minimale Erhöhung der Aufklärungsquoten bei Verbrechen mehr freut als tatsächlich an den Ursachen zu arbeiten und diese zu beseitigen befindet sich schon auf Talfahrt. Denn genau wie solch ein Thema, werden auch alle anderen nur halbherzig angegangen.

Boshaftigkeit führt zu Unrecht und umgekehrt.

Religion im endlosen Kommunikations-Desaster


Religionen im endlosen Kommunikations- Desaster 


 

Vor Gott sind alle Menschen gleich. Gäbe es auf dieser Welt also statt vieler Religionen nur „die“ eine Glaubensrichtung und „den“ einen Gott, wären wir alle gleich. Da aber etliche Religionen ihre Anhängerschafft als gesegneter gegenüber anderen Bevölkerungsgruppen ansehen, kommt es nie zu dieser weltumspannenden „Gleichheit“. Religion trennt also mehr, als dass sie zusammenführt. Zumindest global betrachtet.

Betrachtet man die einzelnen religiösen Bewegungen für sich und einzeln, ist der verbindende Charakter und grenzüberschreitende Einfluss deutlich zu erkennen. Religionen wirken oft wie ein Brückenschlag und ermöglichen es in der Folge, andere als nur geistliche Ziele in bestimmten Regionen zu verfolgen. Religion verbindet Menschen der unterschiedlichsten Herkunft, Hautfarbe und Begabung.

Religionen sind unzweifelhaft die wichtigsten Bindeglieder der menschlichen Gesellschaft. Jeder Mensch sucht sich seine, die zu ihm passende Religion aus oder wird von ihr ausgesucht. Letzteres oft im Bereich der Sekten zu beobachten. Selbst wenn jemand nur an sich glaubt, ist dies eben seine persönliche Religion. Der Glaube an die Kraft und die Herrlichkeit, an die Unterstützung des eigenen Ichs, durch andere als weltliche Kräfte stärkt die Moral von Millionen Erdenmenschen.

Und doch wird dieser Glaube Tag für Tag auf harte Proben gestellt. Interne Querelen bis hin zu schwersten Vergehen, wie Kindesmissbrauch, tragen dazu bei, die Anhängerschaft einzelner Organisationen zu dezimieren und die Menschen zu verunsichern.

Vielen alten Religionen fällt es offensichtlich schwer, im Mediendschungel der Neuzeit ihre Zielgruppe zu erreichen, geschweige, dass es ihnen möglich ist, ihre Lehren aus alten Zeiten in modernen Versionen und Visionen verpackt zu präsentieren. Dies ist betrüblich, denn damit leisten sie ohne direktes Zutun allen modernen und auf die Verbreitung in den vorhandenen Kommunikationsnetzen bestens vorbereiteten neuen Glaubensrittern Vorschub.

Auch in diesem Bereich gilt, wenn die Übereinstimmung von Wort und Tat verloren geht, schwinden mit dem Vertrauen auch die Akzeptanz und der Glaube an die Religion.

Im Grunde genommen überwiegen in allen Religionen (bis auf militante Sekten) die positiven, lebensbejahenden Bilder. Wenn sich nun diese Hauptströmungen, Hauptreligionen auf die Verbreitung dieser Bilder konzentrieren würden und die Abgrenzung gegenüber anderen Glaubensrichtungen als gegeben hinnehmen könnten, wäre die Welt vermutlich etwas weniger gewalttätig.

Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden


Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden


 

Dieser, in der Wendezeit viel strapazierte Satz zeigt mit aller Deutlichkeit das Grundproblem der menschlichen Gesellschaft auf. Das Glück des einen, ist der Niedergang des anderen. Und dies in allen Bereichen des komplizierten und kaum zu übersehenden Geflechtes, des durch Menschen geschaffenen Systems.

Der Begriff „ Freiheit“ wurde in allen Zeiten von verschiedensten Denkern ihrer Zeit definiert. Er wurde benutzt, um Veränderungen in Systemen zu erreichen, er führte oft zu Umstürzen. Führte er auch zur Freiheit? Gibt es sie, die absolute Freiheit?

Wie schon beschrieben ist die Natur durchaus in der Lage, sich ohne den Menschen zu entwickeln. Tiere handeln instinktiv. Der Mensch ist gezwungen, sich zu organisieren. Es ist nicht die Frage ob er das tut, sondern immer nur, wie er es tut. Es ist die Ansammlung von verschiedensten Erfahrungen und Erlebnissen, welche ihn zu bestimmten Einsichten und Handlungen führen.

Die Freiheitsdefinition der einen muss in vielen Fällen auch von den Andersdenkenden akzeptiert werden. Jener Gruppe wird also schon ihre Freiheit genommen.

Organisation bedeutet gleichzeitig Einschränkung der Freiheit für alle. Es war schon immer so und ändert sich auch nur vielleicht, dass die Organisationsform einer Gesellschaft immer von wenigen bestimmt wird. Schaut man in die Vergangenheit, verschwanden all diese Gebilde menschlichen Denkens nach mehr oder weniger Jahren. Was zu Beginn für viele Beteiligte Vorteile und das Gefühl der Freiheit bringt, wandelt sich mit der Zeit ins Gegenteil, die Unfreiheit der Massen.

Der Mensch ist Grundsätzlich unfrei, da er sich organisieren muss. Dies zu erkennen muss einem nicht die Tränen rollen lassen. Es sollte vielmehr dazu führen, sich der Tragweite und der Verantwortung seines Hierseins bewusst zu werden. Viele, damals wie heute geben sich einer vorhandenen Situation und Tätigkeit völlig hin. Sie verlieren den Blick für die Details. Sie können größere Zusammenhänge nicht erkennen, geschweige richtig deuten. Die Organisation leidet darunter bis zum Zusammenbruch.

Freiheit ist ein nebulöses Ziel, auf dessen Weg, viele sich verirren. Es kommt auf die Ausrichtung und Planung der Organisationsform Mensch an, ihre Ziele bestimmen über den Charakter und Fortbestand einer Gesellschaft. Die Welt ist zusammengewachsen, sie ist mit wenigen Blicken aus entsprechender Entfernung sehr überschaubar geworden. Damit ist auch die größte Einschränkung unserer Freiheit deutlich zu erkennen. Wir haben nur diese eine Erde. Vernichten wir sie, vernichten wir uns.

Vergeben ist nicht vergessen


Vergeben ist nicht Vergessen


 

Es geschah und geschieht viel in der Welt, infolge dessen Menschen auf die eine oder andere Art betroffen sind.

Wenn man von Vergeben und Vergessen spricht, sollte man die menschliche Natur berücksichtigen. Auf der einen Seite verdrängt er schlechtes gern, um sich und seine Seele zu schützen, zum anderen hält er auch mit allen Mitteln an Erinnerungen fest. Erzählte Geschichten erfahren über die Zeit Veränderungen, je nach dem Vermögen und Willen der Erzähler. Zeitungs-Radio- und Filmmaterialien halten dagegen die Erinnerung sehr gründlich wach. Durch sie wird ein Vergessen fast unmöglich gemacht. Und das ist wirklich, gut so. Wer auf irgendeine Weise mit den Geschehnissen verbunden ist, sei es durch Verwandtschaft oder Zugehörigkeit zu einem Volk oder einer anderen Interessengemeinschaft und wenn die Ereignisse für diese Gesellschaftsteile auch noch Nachteile bedeuteten, so fällt das Vergessen besonders schwer. Je größer der zeitliche Abstand zu den Ereignissen, je größer der Anteil derjenigen, die trotz des Wissens um bestimmte Umstände bereit sind, auch zu Vergeben.

Ein vollständiges Vergessen ist also ausgeschlossen, es sei denn, man schließt den Menschen von jeglicher Bildung und Informationsquelle aus.

Grundvoraussetzung für das Vergeben ist ein umfassendes Vertrauen. Und dieses Vertrauen kann nur aufgebaut, erhalten und ständig ausgebaut werden, wenn die Kommunikation in Form von Sprache, Gestik und Mimik, sowie die tatsächlichen Handlungen aufeinander abgestimmt sind und dieses rechtfertigen. Sobald die Diskrepanzen zwischen dem Gesagten und Getanen zu groß werden schwindet das Vertrauen man steht vor derselben Situation, wie zum Zeitpunkt der Geschehnisse mit allen Folgen, die sich daraus ergeben.

Vergeben will gelernt sein und hat auch etwas mit Bildung in allen Teilen der Welt zu tun. Nur wenn die Geschichten der Vergangenheit als das betrachtet werden, was sie sind, nämlich Geschichte, und die Lehren aus Allem positiv bewertet werden, kann Vergebung zugelassen werden.

Der Zusammenhalt der Menschen in Gruppen


Der Zusammenhalt der Menschen in Gruppen


 

„Not schweißt zusammen“, „Einer für alle, Alle für einen“, „Nur zusammen sind wir stark“, dies sind sicher nur einige der, auf interessengleiche Gruppen hinweisende Zitate.

Sie besagen alle das gleiche. Der Mensch soll sich zusammenschließen, Gruppen und Gemeinschaften bilden, um dieses oder jenes Ziel zu erreichen. Je klarer die Ziele und je umfassender diese Ziele sich mit den Bedürfnissen der beteiligten Personen decken, umso enger die Bindung der Gruppe.

In früheren Zeiten, als der Mensch und insbesondere seine Psyche nur wenig erforscht waren, die verschiedensten Götter aber in Erscheinung traten, welche überwiegend mit natürlichen Erscheinungen verbunden waren, wie Sonne, Mond und Sterne, führten territoriale und eben diese Naturerscheinungen zu Gruppenbildungen. Sie lebten in derselben Gegend, mit trockenen Zeiten und dem damit verbundenen Hunger oder aber den regenreichen Zeiten mit entsprechenden reichen Ernten. Sie lebten miteinander und liebten einander. Andere Gruppen aus anderen Territorien bedrohten diese gewachsenen Gebilde der menschlichen Gesellschaft. Sie nahmen ihnen Teile ihrer Nahrung und ihres erwirtschafteten Besitzstandes. Sie nahmen ihnen ihre Götter, um sie durch die Eigenen zu ersetzen.

Es gab Zeiten, in denen die verschiedensten Gruppen eher getrennt blieben und sich bekämpften. Es gab Zeiten, in denen sich die verschiedensten Gruppen vermischten und sich neue Einheiten bildeten. Diese dann mit neuen, gemeinsamen Zielen. Die Wortführer der jeweiligen Gruppen steuerten diese Entwicklung. Mit ihrem Willen, mit ihrer Form der Kommunikation. Wie heute auch?

Im Altertum gab es Aufgrund der Kommunikationsstrukturen weniger aber dafür homogenere Gruppen. Heute, im Kommunikationszeitalter schlechthin, gibt es unzweifelhaft mehr, der verschiedensten Gruppen mit den unterschiedlichsten Zielen. Jeder kann sich zum Wortführer Aufschwingen, oder es wenigstens versuchen. Hinzu kommen tausende von Individualisten, welche ohne eigenes Zutun und Wollen durch die eine oder andere Art ihres Auftretens in der Öffentlichkeit, plötzlich Meinungsbildner werden und zur Gruppenbildung führen. Unabhängig davon, wie man ihre Einstellung humanistisch bewerten möchte. Dies hängt ja schließlich vom eigenen Weltbild ab.

Allen Gruppen ist aber eines gemeinsam, es gab und gibt immer eine oder mehrere kommunikationsstarke Persönlichkeiten, welche die Wünsche anderer Menschen aufspüren und in Ziele für die Gruppe umwandeln. Ob gewollt oder ungewollt. Ob getragen von Gewalt oder Liebe, Hass oder Sehnsucht. Die Ergebnisse sind heute weltweit zu besichtigen, die Ziele der verschiedensten Gruppen liegen für alle sichtbar und offen bereit. Man muss nur hinschauen, hinhören und wenn möglich, sich unter die Zielgruppe mischen, um deren Schwingungen aufzunehmen. Schwingungen aufnehmen? Geht das? Was ist das?

Es ist wohl schwer zu glauben, wenn man es nicht selbst erlebt hat. Stellen sie sich einen Raum vor, mit gefühlter Deckenhöhe von 2,20m und eng an eng gefüllt mit 400 Menschen. Laib an Laib. Und nun stellen sie sich dämmeriges Licht vor, sie sehen nur eine schwarze Masse, und diese bewegt sich. Im gleichen Tackt, von rechts nach links und umgekehrt. Nur einer bewegt sich nicht, sie selbst. Wie würden sie sich fühlen, wenn sie bemerken, dass ihre Schwingung nicht mit der Schwingung der 400 anderen Menschen übereinstimmt? Und dies nicht weil Ihnen die Musik nicht gefällt, denn es spielt keine Musik. Im Gegenteil, jemand hält eine Rede. Keine Melodische. Sie würden sich innerlich die Frage stellen, was ist los mit mir, was wissen die anderen, was  fühlen die anderen gerade? Wessen Gefühle sind nun die Wahren? Meine oder die der 400 anderen Gruppenmitglieder?

Ja, im Heute, wo die menschliche Psyche bis fast ins letzte erforscht ist, treten die neuen Religionen mit völlig neuen Methoden an. Der oben beschriebene Vorfall spielte sich nicht in einer evangelischen Kirche ab. Es spielt auch keine Rolle, wo und wann es stattfand, denn es findet täglich auf der ganzen Welt statt. Schlafentzug durch Unterbringung in Hotels mit defekten Klimaanlagen, das rabiate ausnutzen sämtlichen Wissens über Einzelpersonen inklusive sexueller Vorlieben und frühkindlicher Erfahrungen sind genauso erfolgreiche Mittel, wie die Dauererniedrigung der Person mittels diffamierender Worte. Sei ein Teil der Gruppe und ordne dich unter! Dies sind die Botschaften der neuen Religionen. Diese Geben Gas und haben nur ein Ziel! Menschen. Und sie haben Erfolg damit. Ihre Ziele und Erfolge zu bewerten, überlasse ich gerne späteren Generationen. Ich habe aus welchen Gründen auch immer, nie zu irgendwelchen Gruppen gefunden. Dies hat mich auch in manche depressive Phase gestürzt. Vielleicht wurde man auch gestürzt. Denn das Motto lautet ja heute, erst Zerstören um dann ein vollwertiges Mitglied, welcher Gruppe auch immer aufzubauen. So werden Maschinen hergestellt. Breche das Erz aus dem Berg, schmelze es und gieße es in eine Form. Wie im Berg, hinterlassen diese Methoden auch im Menschen Wunden.

Diese neuzeitlichen Formen der Religion passen sich wunderbar an die heutigen gesellschaftlichen Verhältnisse an. Sie sind der Ersatz für eine nicht mehr funktionierende Gesellschaft, der Individualisten. Separieren, diffamieren, kaufen, bestechen, nichts fällt heute leichter als das. Die Menschen sind mehr denn je anfällig und gefährdet. Eine starke Gesellschaft würde solche Vorgänge wohl nicht zulassen und ihre Mitglieder schützen.

Aus Sicht der Gruppenmitglieder sieht das dann allerdings ganz anders aus. Sie fühlen sich wohl in der Mehrzahl, über einen langen Zeitraum, eventuell für immer.

Für die Gesellschaft sind ausschließlich die Ziele von Vereinigungen und sonstigen Gruppen entscheidend. Dienen sie allen, oder müssen alle ihnen Dienen? Fügen sie jemandem Schaden zu? Was kann sich daraus in der Zukunft entwickeln?