Montag, 14. Januar 2013

Der Zusammenhalt der Menschen in Gruppen


Der Zusammenhalt der Menschen in Gruppen


 

„Not schweißt zusammen“, „Einer für alle, Alle für einen“, „Nur zusammen sind wir stark“, dies sind sicher nur einige der, auf interessengleiche Gruppen hinweisende Zitate.

Sie besagen alle das gleiche. Der Mensch soll sich zusammenschließen, Gruppen und Gemeinschaften bilden, um dieses oder jenes Ziel zu erreichen. Je klarer die Ziele und je umfassender diese Ziele sich mit den Bedürfnissen der beteiligten Personen decken, umso enger die Bindung der Gruppe.

In früheren Zeiten, als der Mensch und insbesondere seine Psyche nur wenig erforscht waren, die verschiedensten Götter aber in Erscheinung traten, welche überwiegend mit natürlichen Erscheinungen verbunden waren, wie Sonne, Mond und Sterne, führten territoriale und eben diese Naturerscheinungen zu Gruppenbildungen. Sie lebten in derselben Gegend, mit trockenen Zeiten und dem damit verbundenen Hunger oder aber den regenreichen Zeiten mit entsprechenden reichen Ernten. Sie lebten miteinander und liebten einander. Andere Gruppen aus anderen Territorien bedrohten diese gewachsenen Gebilde der menschlichen Gesellschaft. Sie nahmen ihnen Teile ihrer Nahrung und ihres erwirtschafteten Besitzstandes. Sie nahmen ihnen ihre Götter, um sie durch die Eigenen zu ersetzen.

Es gab Zeiten, in denen die verschiedensten Gruppen eher getrennt blieben und sich bekämpften. Es gab Zeiten, in denen sich die verschiedensten Gruppen vermischten und sich neue Einheiten bildeten. Diese dann mit neuen, gemeinsamen Zielen. Die Wortführer der jeweiligen Gruppen steuerten diese Entwicklung. Mit ihrem Willen, mit ihrer Form der Kommunikation. Wie heute auch?

Im Altertum gab es Aufgrund der Kommunikationsstrukturen weniger aber dafür homogenere Gruppen. Heute, im Kommunikationszeitalter schlechthin, gibt es unzweifelhaft mehr, der verschiedensten Gruppen mit den unterschiedlichsten Zielen. Jeder kann sich zum Wortführer Aufschwingen, oder es wenigstens versuchen. Hinzu kommen tausende von Individualisten, welche ohne eigenes Zutun und Wollen durch die eine oder andere Art ihres Auftretens in der Öffentlichkeit, plötzlich Meinungsbildner werden und zur Gruppenbildung führen. Unabhängig davon, wie man ihre Einstellung humanistisch bewerten möchte. Dies hängt ja schließlich vom eigenen Weltbild ab.

Allen Gruppen ist aber eines gemeinsam, es gab und gibt immer eine oder mehrere kommunikationsstarke Persönlichkeiten, welche die Wünsche anderer Menschen aufspüren und in Ziele für die Gruppe umwandeln. Ob gewollt oder ungewollt. Ob getragen von Gewalt oder Liebe, Hass oder Sehnsucht. Die Ergebnisse sind heute weltweit zu besichtigen, die Ziele der verschiedensten Gruppen liegen für alle sichtbar und offen bereit. Man muss nur hinschauen, hinhören und wenn möglich, sich unter die Zielgruppe mischen, um deren Schwingungen aufzunehmen. Schwingungen aufnehmen? Geht das? Was ist das?

Es ist wohl schwer zu glauben, wenn man es nicht selbst erlebt hat. Stellen sie sich einen Raum vor, mit gefühlter Deckenhöhe von 2,20m und eng an eng gefüllt mit 400 Menschen. Laib an Laib. Und nun stellen sie sich dämmeriges Licht vor, sie sehen nur eine schwarze Masse, und diese bewegt sich. Im gleichen Tackt, von rechts nach links und umgekehrt. Nur einer bewegt sich nicht, sie selbst. Wie würden sie sich fühlen, wenn sie bemerken, dass ihre Schwingung nicht mit der Schwingung der 400 anderen Menschen übereinstimmt? Und dies nicht weil Ihnen die Musik nicht gefällt, denn es spielt keine Musik. Im Gegenteil, jemand hält eine Rede. Keine Melodische. Sie würden sich innerlich die Frage stellen, was ist los mit mir, was wissen die anderen, was  fühlen die anderen gerade? Wessen Gefühle sind nun die Wahren? Meine oder die der 400 anderen Gruppenmitglieder?

Ja, im Heute, wo die menschliche Psyche bis fast ins letzte erforscht ist, treten die neuen Religionen mit völlig neuen Methoden an. Der oben beschriebene Vorfall spielte sich nicht in einer evangelischen Kirche ab. Es spielt auch keine Rolle, wo und wann es stattfand, denn es findet täglich auf der ganzen Welt statt. Schlafentzug durch Unterbringung in Hotels mit defekten Klimaanlagen, das rabiate ausnutzen sämtlichen Wissens über Einzelpersonen inklusive sexueller Vorlieben und frühkindlicher Erfahrungen sind genauso erfolgreiche Mittel, wie die Dauererniedrigung der Person mittels diffamierender Worte. Sei ein Teil der Gruppe und ordne dich unter! Dies sind die Botschaften der neuen Religionen. Diese Geben Gas und haben nur ein Ziel! Menschen. Und sie haben Erfolg damit. Ihre Ziele und Erfolge zu bewerten, überlasse ich gerne späteren Generationen. Ich habe aus welchen Gründen auch immer, nie zu irgendwelchen Gruppen gefunden. Dies hat mich auch in manche depressive Phase gestürzt. Vielleicht wurde man auch gestürzt. Denn das Motto lautet ja heute, erst Zerstören um dann ein vollwertiges Mitglied, welcher Gruppe auch immer aufzubauen. So werden Maschinen hergestellt. Breche das Erz aus dem Berg, schmelze es und gieße es in eine Form. Wie im Berg, hinterlassen diese Methoden auch im Menschen Wunden.

Diese neuzeitlichen Formen der Religion passen sich wunderbar an die heutigen gesellschaftlichen Verhältnisse an. Sie sind der Ersatz für eine nicht mehr funktionierende Gesellschaft, der Individualisten. Separieren, diffamieren, kaufen, bestechen, nichts fällt heute leichter als das. Die Menschen sind mehr denn je anfällig und gefährdet. Eine starke Gesellschaft würde solche Vorgänge wohl nicht zulassen und ihre Mitglieder schützen.

Aus Sicht der Gruppenmitglieder sieht das dann allerdings ganz anders aus. Sie fühlen sich wohl in der Mehrzahl, über einen langen Zeitraum, eventuell für immer.

Für die Gesellschaft sind ausschließlich die Ziele von Vereinigungen und sonstigen Gruppen entscheidend. Dienen sie allen, oder müssen alle ihnen Dienen? Fügen sie jemandem Schaden zu? Was kann sich daraus in der Zukunft entwickeln?

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen