Religionen im endlosen Kommunikations- Desaster
Vor Gott sind alle Menschen gleich. Gäbe es auf dieser Welt
also statt vieler Religionen nur „die“ eine Glaubensrichtung und „den“ einen
Gott, wären wir alle gleich. Da aber etliche Religionen ihre Anhängerschafft
als gesegneter gegenüber anderen Bevölkerungsgruppen ansehen, kommt es nie zu
dieser weltumspannenden „Gleichheit“.
Religion trennt also mehr, als dass sie zusammenführt. Zumindest global
betrachtet.
Betrachtet man die einzelnen religiösen Bewegungen für sich
und einzeln, ist der verbindende Charakter und grenzüberschreitende Einfluss
deutlich zu erkennen. Religionen wirken oft wie ein Brückenschlag und
ermöglichen es in der Folge, andere als nur geistliche Ziele in bestimmten
Regionen zu verfolgen. Religion
verbindet Menschen der unterschiedlichsten Herkunft, Hautfarbe und
Begabung.
Religionen sind unzweifelhaft die wichtigsten Bindeglieder
der menschlichen Gesellschaft. Jeder Mensch sucht sich seine, die zu ihm
passende Religion aus oder wird von ihr ausgesucht. Letzteres oft im Bereich
der Sekten zu beobachten. Selbst wenn jemand nur an sich glaubt, ist dies eben
seine persönliche Religion. Der Glaube an die Kraft und die Herrlichkeit, an
die Unterstützung des eigenen Ichs, durch andere als weltliche Kräfte stärkt
die Moral von Millionen Erdenmenschen.
Und doch wird dieser Glaube Tag für Tag auf harte Proben
gestellt. Interne Querelen bis hin zu schwersten Vergehen, wie
Kindesmissbrauch, tragen dazu bei, die Anhängerschaft einzelner Organisationen
zu dezimieren und die Menschen zu verunsichern.
Vielen alten Religionen fällt es offensichtlich schwer, im Mediendschungel
der Neuzeit ihre Zielgruppe zu erreichen, geschweige, dass es ihnen möglich
ist, ihre Lehren aus alten Zeiten in modernen Versionen und Visionen verpackt
zu präsentieren. Dies ist betrüblich, denn damit leisten sie ohne direktes
Zutun allen modernen und auf die Verbreitung in den vorhandenen
Kommunikationsnetzen bestens vorbereiteten neuen Glaubensrittern Vorschub.
Auch in diesem Bereich gilt, wenn die Übereinstimmung von
Wort und Tat verloren geht, schwinden mit dem Vertrauen auch die Akzeptanz und
der Glaube an die Religion.
Im Grunde genommen überwiegen in allen Religionen (bis auf
militante Sekten) die positiven, lebensbejahenden Bilder. Wenn sich nun diese
Hauptströmungen, Hauptreligionen auf die Verbreitung dieser Bilder
konzentrieren würden und die Abgrenzung gegenüber anderen Glaubensrichtungen
als gegeben hinnehmen könnten, wäre die Welt vermutlich etwas weniger
gewalttätig.
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