Montag, 14. Januar 2013

Religion im endlosen Kommunikations-Desaster


Religionen im endlosen Kommunikations- Desaster 


 

Vor Gott sind alle Menschen gleich. Gäbe es auf dieser Welt also statt vieler Religionen nur „die“ eine Glaubensrichtung und „den“ einen Gott, wären wir alle gleich. Da aber etliche Religionen ihre Anhängerschafft als gesegneter gegenüber anderen Bevölkerungsgruppen ansehen, kommt es nie zu dieser weltumspannenden „Gleichheit“. Religion trennt also mehr, als dass sie zusammenführt. Zumindest global betrachtet.

Betrachtet man die einzelnen religiösen Bewegungen für sich und einzeln, ist der verbindende Charakter und grenzüberschreitende Einfluss deutlich zu erkennen. Religionen wirken oft wie ein Brückenschlag und ermöglichen es in der Folge, andere als nur geistliche Ziele in bestimmten Regionen zu verfolgen. Religion verbindet Menschen der unterschiedlichsten Herkunft, Hautfarbe und Begabung.

Religionen sind unzweifelhaft die wichtigsten Bindeglieder der menschlichen Gesellschaft. Jeder Mensch sucht sich seine, die zu ihm passende Religion aus oder wird von ihr ausgesucht. Letzteres oft im Bereich der Sekten zu beobachten. Selbst wenn jemand nur an sich glaubt, ist dies eben seine persönliche Religion. Der Glaube an die Kraft und die Herrlichkeit, an die Unterstützung des eigenen Ichs, durch andere als weltliche Kräfte stärkt die Moral von Millionen Erdenmenschen.

Und doch wird dieser Glaube Tag für Tag auf harte Proben gestellt. Interne Querelen bis hin zu schwersten Vergehen, wie Kindesmissbrauch, tragen dazu bei, die Anhängerschaft einzelner Organisationen zu dezimieren und die Menschen zu verunsichern.

Vielen alten Religionen fällt es offensichtlich schwer, im Mediendschungel der Neuzeit ihre Zielgruppe zu erreichen, geschweige, dass es ihnen möglich ist, ihre Lehren aus alten Zeiten in modernen Versionen und Visionen verpackt zu präsentieren. Dies ist betrüblich, denn damit leisten sie ohne direktes Zutun allen modernen und auf die Verbreitung in den vorhandenen Kommunikationsnetzen bestens vorbereiteten neuen Glaubensrittern Vorschub.

Auch in diesem Bereich gilt, wenn die Übereinstimmung von Wort und Tat verloren geht, schwinden mit dem Vertrauen auch die Akzeptanz und der Glaube an die Religion.

Im Grunde genommen überwiegen in allen Religionen (bis auf militante Sekten) die positiven, lebensbejahenden Bilder. Wenn sich nun diese Hauptströmungen, Hauptreligionen auf die Verbreitung dieser Bilder konzentrieren würden und die Abgrenzung gegenüber anderen Glaubensrichtungen als gegeben hinnehmen könnten, wäre die Welt vermutlich etwas weniger gewalttätig.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen