Vergeben ist nicht Vergessen
Es geschah und geschieht viel in der Welt, infolge dessen
Menschen auf die eine oder andere Art betroffen sind.
Wenn man von Vergeben und Vergessen spricht, sollte man die
menschliche Natur berücksichtigen. Auf der einen Seite verdrängt er schlechtes
gern, um sich und seine Seele zu schützen, zum anderen hält er auch mit allen
Mitteln an Erinnerungen fest. Erzählte Geschichten erfahren über die Zeit
Veränderungen, je nach dem Vermögen und Willen der Erzähler. Zeitungs-Radio-
und Filmmaterialien halten dagegen die Erinnerung sehr gründlich wach. Durch
sie wird ein Vergessen fast unmöglich gemacht. Und das ist wirklich, gut so.
Wer auf irgendeine Weise mit den Geschehnissen verbunden ist, sei es durch
Verwandtschaft oder Zugehörigkeit zu einem Volk oder einer anderen
Interessengemeinschaft und wenn die Ereignisse für diese Gesellschaftsteile
auch noch Nachteile bedeuteten, so fällt das Vergessen besonders schwer. Je
größer der zeitliche Abstand zu den Ereignissen, je größer der Anteil
derjenigen, die trotz des Wissens um bestimmte Umstände bereit sind, auch zu
Vergeben.
Ein vollständiges Vergessen ist also ausgeschlossen, es sei denn,
man schließt den Menschen von jeglicher Bildung und Informationsquelle aus.
Grundvoraussetzung für das Vergeben ist ein umfassendes Vertrauen.
Und dieses Vertrauen kann nur aufgebaut, erhalten und ständig ausgebaut werden,
wenn die Kommunikation in Form von Sprache, Gestik und Mimik, sowie die
tatsächlichen Handlungen aufeinander abgestimmt sind und dieses rechtfertigen.
Sobald die Diskrepanzen zwischen dem Gesagten und Getanen zu groß werden
schwindet das Vertrauen man steht vor derselben Situation, wie zum Zeitpunkt
der Geschehnisse mit allen Folgen, die sich daraus ergeben.
Vergeben will gelernt sein und hat auch etwas mit Bildung in
allen Teilen der Welt zu tun. Nur wenn die Geschichten der Vergangenheit als
das betrachtet werden, was sie sind, nämlich Geschichte, und die Lehren aus
Allem positiv bewertet werden, kann Vergebung zugelassen werden.
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