Die Bildung
Welche Bedeutung hat die Bildung in der heutigen
Gesellschaft? Welche Ziele verfolgt sie, hinsichtlich der gesamtgesellschaftlichen,
allumfassenden Formung der Gesellschaft.
Sind sich die Verantwortlichen Ihrer Macht bewusst, die sie
über jeden einzelnen, der Ihnen anvertrauten Schützlinge haben? Sind sie sich
über das gesamtgesellschaftliche Ergebnis ihrer Tätigkeiten im Klaren?
Hinterfragen sie ihre Methoden und Ansichten in Bezug auf die erzielten
Ergebnisse? Wird mit diesem Thema ehrlich umgegangen oder machen sich alle
etwas vor? Welche Bildungstiefe und Breite wird von der jetzigen
Gesellschaftsform zugelassen? Sind weniger gebildete Menschen besser zu lenken?
Können weniger gebildete Menschen ihr Elend besser ertragen, da sie über
weniger Fantasie verfügen, sich ein anderes Leben vorzustellen? Sind die Ziele
der Bildung an Interessengruppen geknüpft und richten sich an ihnen aus? Sind
die unterschiedlichen Bildungserfolge in den verschiedensten Regionen der Welt
mit diesen Verknüpfungen und Abhängigkeiten zu erklären? Ist Bildung gleich
Bildung?
Wozu führen diese Bildungsunterschiede und sollten wir uns
vor den Endresultaten fürchten?
Jeder Mensch handelt nach den ihm in seinem Leben
zugeflossenen Informationen und nimmt seine Umwelt auch dementsprechend wahr.
Er hält Dinge für richtig und wichtig, die sein Gehirn ihm vorgibt und von
denen er Kenntnis hat, oder die er sich aufgrund seiner vorhandenen Fantasie
vorstellen kann. Fantasie gehört dazu, wenn Menschen Musik entwickeln, Gedichte
schreiben, architektonische Meisterwerke erschaffen oder Maschinen konstruieren,
mit denen es der Menschheit ermöglicht wird, den Weltraum zu erobern. Was all
diesen Menschen gemeinsam ist? Sie kommunizieren viel mit sich im Geiste oder
auch mit anderen Menschen, die Einfluss oder Teilhabe an einem Projekt haben.
Dies geschieht mittels Worten! Ich behaupte einfach, dass ein großer Wortschatz
und eine Fülle verschiedenster Informationen zu mehr Kreativität und Fantasie
führen.
Aus Worten entstehen die Bilder im Kopf. Aus guten Worten
entstehen positive Bilder, aus bösartigen, angsteinflößenden Worten entstehen
negative Bilder. Aus Worten und Bildern im Kopf formen sich Weltbilder und
persönliche Einstellungen. Diese verfestigen sich mit der Zeit und werden in
die eine oder andere Richtung durch gezielte Aufnahme von relevanten
Informationen und gleichzeitiger Abschottung gegen nicht zum Weltbild passende
Informationen noch verstärkt.
Den Einfluss, den Worte im Verbund als sinnvolle,
zielgerichtete Sätze zusammengefügt ausüben, sollte man nicht unterschätzen.
Wie Bilder sind sie wegweisend, richtungslenkend und zielführend. Aus den
vergangenen Zeiten, in denen der Fernseher und der Computer noch nicht erfunden
waren, stammen die schönsten Schöpfungen, welche die Weltliteratur und
Weltmusik hervorgebracht haben. Fantastische Geschichten von U-Booten und
Mondraketen, welche den Menschen in seiner Fantasie beflügelten und es ihm erst
ermöglichten, sich der tatsächlichen Erschaffung dieser Objekte zu widmen und
an sie zu glauben.
Die Gedanken eines Menschen gehören ihm, wir kennen sie
nicht, es sei denn, er spricht mit uns oder legt die Gedanken wie hier,
schriftlich nieder. Es kann sich dann ein Gesamtbild seiner Vorstellungen
ergeben. Ob diese Vorstellungen als gesellschaftskonform oder nicht
wahrgenommen werden, ob der Zuhörer oder Leser den Gedankengängen überhaupt
folgen kann, hängt auch und gerade von seinen vorhandenen sprachlichen
Verknüpfungen, dem vorhandenen
Wortschatz und seinem geistigen Weltbild ab, welches sich über die Jahre durch
Informationsaufnahme entwickelt hat. Dies entscheidet auch darüber, ob er
anfängt sich selber Gedanken, weiterführende Gedanken zu machen, die ihn in
irgendeine, ihn befriedigende Richtung führen. Daraus kann man folgern, dass
auch alle weiteren Entwicklungen, welche der Menschheit Nutzen bringen können,
mit einem verbreiteten Wortschatz in der gesamten Bevölkerung zusammen- und
abhängen. Wer will wissen, wer der nächste Entwickler einer Weltneuheit ist!
Wer will wissen, welcher Mensch aus welcher Schicht der Gesellschaft mit seiner
entwickelten Fantasie einen guten Beitrag für die Gesellschaft leisten wird!
Mit dem Schwund der sprachlichen Begabungen in Teilen der Gesellschaft auf der
ganzen Welt hervorgerufen durch die Technisierung der Informationsaufnahme oder
durch Verhinderung von sprachlicher Bildung im allgemeinen steigt nur eines
ganz gewiss, das Konfliktpotential!
Gute Bildung ist in meinen Augen die, welche es allen
Menschen in dieser Gesellschaft ermöglicht, positive Träume zu haben und eine
Fantasie zu entwickeln, die ihnen hilft, ihr Leben selbstbestimmt zu leben und
über sich selbst hinauszuwachsen. Gute Bildung bedeutet Menschen zu formen, die
einen Weg im Leben erkennen und diesen beschreiten wollen. Gute Bildung
bedeutet aber auch, gesellschaftliche Erfordernisse und Aussichten deutlicher
zu beschreiben, um es den Heranwachsenden zu ermöglichen, gezielter und mit
mehr Lust, die eine oder andere Entscheidung in Richtung Berufs-oder
Studienwunsch zu treffen. Sich nur auf das Bild der Bewerbungsunterlagen zu
konzentrieren und das Nichterklären von gesellschaftlichen Zwängen mit dem
Begriff „Freiheit“ der Berufswahl zu erklären, gleicht mehr einer Unterlassung,
als einer echten Strategie. In der Folge verfehlter Bildungspolitik nach
ausländischen Arbeitskräften zu rufen, statt die Ressourcen erst mal im eigenen
Land zu heben ist eine bodenlose Frechheit.
Das Potential in allen Regionen der Welt ist riesig, es wird
nur zu wenig genutzt.
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