Sonntag, 13. Januar 2013

Bildung


Die Bildung


 

Welche Bedeutung hat die Bildung in der heutigen Gesellschaft? Welche Ziele verfolgt sie, hinsichtlich der gesamtgesellschaftlichen, allumfassenden Formung der Gesellschaft.

Sind sich die Verantwortlichen Ihrer Macht bewusst, die sie über jeden einzelnen, der Ihnen anvertrauten Schützlinge haben? Sind sie sich über das gesamtgesellschaftliche Ergebnis ihrer Tätigkeiten im Klaren? Hinterfragen sie ihre Methoden und Ansichten in Bezug auf die erzielten Ergebnisse? Wird mit diesem Thema ehrlich umgegangen oder machen sich alle etwas vor? Welche Bildungstiefe und Breite wird von der jetzigen Gesellschaftsform zugelassen? Sind weniger gebildete Menschen besser zu lenken? Können weniger gebildete Menschen ihr Elend besser ertragen, da sie über weniger Fantasie verfügen, sich ein anderes Leben vorzustellen? Sind die Ziele der Bildung an Interessengruppen geknüpft und richten sich an ihnen aus? Sind die unterschiedlichen Bildungserfolge in den verschiedensten Regionen der Welt mit diesen Verknüpfungen und Abhängigkeiten zu erklären? Ist Bildung gleich Bildung?

Wozu führen diese Bildungsunterschiede und sollten wir uns vor den Endresultaten fürchten?

Jeder Mensch handelt nach den ihm in seinem Leben zugeflossenen Informationen und nimmt seine Umwelt auch dementsprechend wahr. Er hält Dinge für richtig und wichtig, die sein Gehirn ihm vorgibt und von denen er Kenntnis hat, oder die er sich aufgrund seiner vorhandenen Fantasie vorstellen kann. Fantasie gehört dazu, wenn Menschen Musik entwickeln, Gedichte schreiben, architektonische Meisterwerke erschaffen oder Maschinen konstruieren, mit denen es der Menschheit ermöglicht wird, den Weltraum zu erobern. Was all diesen Menschen gemeinsam ist? Sie kommunizieren viel mit sich im Geiste oder auch mit anderen Menschen, die Einfluss oder Teilhabe an einem Projekt haben. Dies geschieht mittels Worten! Ich behaupte einfach, dass ein großer Wortschatz und eine Fülle verschiedenster Informationen zu mehr Kreativität und Fantasie führen.

Aus Worten entstehen die Bilder im Kopf. Aus guten Worten entstehen positive Bilder, aus bösartigen, angsteinflößenden Worten entstehen negative Bilder. Aus Worten und Bildern im Kopf formen sich Weltbilder und persönliche Einstellungen. Diese verfestigen sich mit der Zeit und werden in die eine oder andere Richtung durch gezielte Aufnahme von relevanten Informationen und gleichzeitiger Abschottung gegen nicht zum Weltbild passende Informationen noch verstärkt.

Den Einfluss, den Worte im Verbund als sinnvolle, zielgerichtete Sätze zusammengefügt ausüben, sollte man nicht unterschätzen. Wie Bilder sind sie wegweisend, richtungslenkend und zielführend. Aus den vergangenen Zeiten, in denen der Fernseher und der Computer noch nicht erfunden waren, stammen die schönsten Schöpfungen, welche die Weltliteratur und Weltmusik hervorgebracht haben. Fantastische Geschichten von U-Booten und Mondraketen, welche den Menschen in seiner Fantasie beflügelten und es ihm erst ermöglichten, sich der tatsächlichen Erschaffung dieser Objekte zu widmen und an sie zu glauben.

Die Gedanken eines Menschen gehören ihm, wir kennen sie nicht, es sei denn, er spricht mit uns oder legt die Gedanken wie hier, schriftlich nieder. Es kann sich dann ein Gesamtbild seiner Vorstellungen ergeben. Ob diese Vorstellungen als gesellschaftskonform oder nicht wahrgenommen werden, ob der Zuhörer oder Leser den Gedankengängen überhaupt folgen kann, hängt auch und gerade von seinen vorhandenen sprachlichen Verknüpfungen,  dem vorhandenen Wortschatz und seinem geistigen Weltbild ab, welches sich über die Jahre durch Informationsaufnahme entwickelt hat. Dies entscheidet auch darüber, ob er anfängt sich selber Gedanken, weiterführende Gedanken zu machen, die ihn in irgendeine, ihn befriedigende Richtung führen. Daraus kann man folgern, dass auch alle weiteren Entwicklungen, welche der Menschheit Nutzen bringen können, mit einem verbreiteten Wortschatz in der gesamten Bevölkerung zusammen- und abhängen. Wer will wissen, wer der nächste Entwickler einer Weltneuheit ist! Wer will wissen, welcher Mensch aus welcher Schicht der Gesellschaft mit seiner entwickelten Fantasie einen guten Beitrag für die Gesellschaft leisten wird! Mit dem Schwund der sprachlichen Begabungen in Teilen der Gesellschaft auf der ganzen Welt hervorgerufen durch die Technisierung der Informationsaufnahme oder durch Verhinderung von sprachlicher Bildung im allgemeinen steigt nur eines ganz gewiss, das Konfliktpotential!

Gute Bildung ist in meinen Augen die, welche es allen Menschen in dieser Gesellschaft ermöglicht, positive Träume zu haben und eine Fantasie zu entwickeln, die ihnen hilft, ihr Leben selbstbestimmt zu leben und über sich selbst hinauszuwachsen. Gute Bildung bedeutet Menschen zu formen, die einen Weg im Leben erkennen und diesen beschreiten wollen. Gute Bildung bedeutet aber auch, gesellschaftliche Erfordernisse und Aussichten deutlicher zu beschreiben, um es den Heranwachsenden zu ermöglichen, gezielter und mit mehr Lust, die eine oder andere Entscheidung in Richtung Berufs-oder Studienwunsch zu treffen. Sich nur auf das Bild der Bewerbungsunterlagen zu konzentrieren und das Nichterklären von gesellschaftlichen Zwängen mit dem Begriff „Freiheit“ der Berufswahl zu erklären, gleicht mehr einer Unterlassung, als einer echten Strategie. In der Folge verfehlter Bildungspolitik nach ausländischen Arbeitskräften zu rufen, statt die Ressourcen erst mal im eigenen Land zu heben ist eine bodenlose Frechheit.

Das Potential in allen Regionen der Welt ist riesig, es wird nur zu wenig genutzt.

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