Montag, 14. Januar 2013

Der Staat


Der Staat


 

Ist die Summe seiner Einzelteile. Wie jedes zusammengesetzte Objekt! Egal ob es sich um Maschinen, Menschen, Tiere oder Naturerscheinungen handelt. Ist der Wurm erst mal drinnen, stirbt der Baum. Fehlt das Öl, stehen die Motoren. Krankheitserreger verbreiten sich blitzschnell innerhalb von Vieherden aber auch der menschlichen Gesellschaft.

Ist der Staat also frei von unerwünschten, schädlichen Teilstücken und sind alle Einzelteile gut geschmiert, fühlt er sich gesund. Der Staat wird durch Menschen gebildet. Menschen sind Meister des Verdrängens und Ausblendens. Manch todkranker Mensch, fühlt sich noch kurz vor seinem Abgang Pudelwohl. Kann man dieses Beispiel auch auf einen Staat anwenden? Das einiges dafür spricht, kann an beliebigen Systemen der Vergangenheit anschaulich abgelesen werden.

Der Staat stellt also den Rahmen für das gesellschaftliche, allumfassende Leben innerhalb einer Region und für eine ungewisse Zeit dar. Er wird immer durch den Menschen gebildet und weiterentwickelt. Er wird in Stränge unterteilt, um eine gewisse Aufgabentrennung und Übersicht zu gewährleisten. Jedes Teil des Ganzen konzentriert sich mehr oder weniger auf die ihm gestellten Aufgaben. Zusammen sollte alles klingen wie das Konzert eines vielstimmigen Chores in Begleitung eines Orchesters.

Der Dirigent kennt alle Orchesterteilnehmer, ihre Stärken und Schwächen, er übersieht das Ganze und greift ein, um einen harmonischen Klang zu erzielen und das Publikum zu begeistern. Dafür ist es allerdings unablässig notwendig, auch alle Musikanten vom gespielten Stück zu begeistern. Alle haben ein klar definiertes Ziel und arbeiten gemeinsam darauf hin. Eigenwilligkeiten werden sofort bestraft, durch Missklang, müden Applaus und Abbruch der Veranstaltung.

Der Staat ist kein Orchester. Niemand kann alle und alles innerhalb eines solchen Gebildes im Auge, geschweige denn, im Griff haben. Alles wurde schon versucht. Weder Demokratie oder die Leitung durch Diktatoren noch Sozialismus oder Kapitalismus erbringen und erbrachten einen Staat  der absoluten Begeisterung und des ewigen Seins.

Alle verlassen sich immer wieder auf die gerade vorgegebene, aktuelle Strategie und knüpfen alle Hoffnungen an Einzelpersonen oder Gruppen aus der Mitte des Systems, welche den Lösungen der drängendsten Fragen ihrer Zeit subjektiv am nächsten stehen.

Wie flexibel sind systemgeprägte Menschen in Bezug auf Problemerkennung und unabhängige Lösungsfindung? Welche Einstellungen beherrschen die staatstragenden Elemente? Wie wird innerhalb des ganzen kommuniziert?

Gute Nachrichten werden von Angestellten und Beamten, ob im Staatsdienst oder der Wirtschaft lieber weitergegeben als schlechte Nachrichten. Gutes wird belohnt und schlechtes bestraft. Dies lernt der Mensch schon im Kindesalter von den Eltern. Und so handelt er unbewusst auch als Erwachsener. Vorgesetzte verziehen das Gesicht, bei dem Erhalt einer Hiobsbotschaft und der Überbringer bereut sofort seinen Auftritt. Wenn dann bestimmte Informationen noch einen geldlichen Nachteil für alle bedeuten, sind sie besonders unangenehm und werden vermieden.

Dies ist eine Erklärung für das Verschwinden von Staatssystemen oder auch Firmen der Wirtschaft. Der Mensch macht sich selbst gerne etwas vor, er reagiert auf die äußeren Einflüsse und trifft nach diesen seine Entscheidungen. Oft ohne zu versuchen, sich durch erweiterte Informationsbeschaffung ein objektives Bild der Lage zu machen. Manchmal, am Beispiel der DDR gut nachzuvollziehen, können Menschen trotz eindeutiger Lagemeldungen keine sinnvollen und konstruktiven Entscheidungen mehr treffen. Sie sind dann so von ihrer Geschichte geprägt, dass auch das letzte Fünkchen Flexibilität aus ihnen gewichen ist. Sie könne dann nur noch sehenden Auges in den Untergang schreiten. Auch dafür können fast alle Systeme der Vergangenheit herhalten.

Einige Staatsbedienstete sehen sich und ihre Abteilungen wohl schon als Staat im Staate. Sie treffen eigenmächtige, öfter aber eigenwillige Entscheidungen, bei denen das Risiko von der Allgemeinheit getragen wird. Sie berichten erst, wenn es sich nicht mehr vermeiden lässt und verabschieden sich im schlimmsten Fall mit einer satten Staatspension von ihren Aufgabenbereichen.

Andere, Veränderungen positiv gegenüberstehende Personen scheitern mit ihren Anliegen einfach an den alten, verkrusteten Strukturen, in denen Informationen abgeblockt oder vernichtet werden und vor allem der höfische, nichtssagende Bückling Erfolg hat.

Jede Nachricht kann von Bedeutung sein, ob es sich um eine gute oder schlechte handelt, ist unerheblich. Wie überprüfbar ist sie im Hinblick auf Herkunft und Objektivität, welche Handlungen löst sie aus? Dies sind die entscheidenden Punkte. Reagiert man immer auf dieselbe Art und Weise auf Nachrichten oder kann man dabei eine gewisse Flexibilität an den Tag legen?

Ist der Staat für alle da, oder nur noch für sich selbst? Schließen die Ziele des Staates alle Bürger ein, unabhängig von Herkunft und gesellschaftlicher Stellung? Heben seine Handlungen das Lebensniveau der Massen oder senken sie es? Splittert er die einzelnen Bevölkerungsgruppen bewusst oder unbewusst auf, oder führt er sie zusammen? Wie schnell reagiert er auf Veränderungen der äußeren und inneren Einflussfaktoren? Wie viel Veränderungswille ist vorhanden?

Einige glauben an das System der Räterepublik. Diese Form des Staatwesens trat in der Vergangenheit schon auf, zeichnete sich allerding auch durch eine besonders kurze Halbwertszeit aus. Die direkte Demokratie von unten, das Volk diktiert die Richtung und die Zukunft, alle Funktionäre sind jederzeit abrufbar. Die gesamte Bevölkerung schließt sich in Räten zusammen, im Wohngebiet, in der Stadt, im Land und leitet die in ihren Abteilungen als wichtig befundenen Fragen, Themen und Entscheidungen nach oben weiter. So die durchaus nachvollziehbare Vorstellung.

In der deutschen Wendezeit 1989 entstanden die sogenannten „Runden Tische“, diese werden von einigen mit den Grundsätzen einer Räterepublik gleichgestellt und auch als solch ein Versuch gewertet.

Sieht man sich die Ergebnisse dieses und anderer Versuche der Vergangenheit an und fasst alles in einem Satz zusammen, würde er wohl so lauten:

„Während die einen noch reden, handeln die anderen bereits!“

Die Ergebnisse all der erfolglosen Versuche bestätigen das Unvermögen der Masse, sich in kürzester Zeit auf rationale Ergebnisse zu einigen und Diskussionen zielführend und ergebnisorientiert aufzubauen. Auch fehlt den Teilnehmern dieser Räteformationen der Überblick über die Gesamtlage der Gesellschaft. Sie begeben sich vom Kleinen ins Kleinste, ohne es zu bemerken, da die akuten, persönlichen Probleme eines Menschen für ihn immer die größte Bedeutung haben werden. Jeder Teilnehmer möchte seine Sicht der Welt einbringen, sich seine Welt schaffen und am Ende doch nur die Ansichten anderer negieren. Hinter einer Räterepublik steht zwar auch ein Plan, diesem fehlt es allerdings an Substanz und vor allem an einem, Zeit.

 

Die Auslegung von Recht und Gesetz


Die Auslegung von Recht und Gesetz


 

Auf Urteile der Gerichtsbarkeit reagiert die Masse der Gesellschaft mit Zustimmung, Ablehnung, Verständnis oder Unverständnis. Die Gesetzbücher, entwickelt über einen langen geschichtlichen Zeitraum mit entsprechenden Zusätzen und Streichungen versehen, bilden die Grundlage der Rechtsprechung. Doch entschieden werden alle Fälle von wenigen, den Richtern. Diese werden durch Anwälte, Medien, Zeugen (ob glaubhaft oder nicht), Beweise (ob gefälscht oder nicht), die öffentliche Meinung und selbst durch die gesellschaftliche Stellung der Täter oder die Wichtigkeit der zu treffenden Entscheidung beeinflusst. Des Weiteren beeinflussen sie sich selbst, durch ihre Lebenserfahrung und der daraus entstandenen Einstellungen zu Recht und Gesetz. Selbst die persönlichen Lebensumstände können Einfluss auf Urteile haben. Hat der Richter heute seinen guten Tag, oder hat der Angeklagte Pech gehabt?    

Die Auslegung von Recht und Gesetz erfolgt Systemgetreu. In allen Zeiten und unter allen politischen Gegebenheiten dienen die Gesetze der Machterhaltung des Vorhandenen und der Durchsetzung bestimmter Ziele. Aufgrund der Vielzahl von Einflüssen kann man auch niemals von einer unabhängigen Gerichtsbarkeit sprechen.

Je nach Tragweite der Entscheidung oder Art des zu verhandelnden Falles kochen die Emotionen in allen Lagern hoch und setzen die einsamen Streiter für Recht und Gesetz unter zusätzlichen Druck. Behauptungen aller Seiten müssen bewertet und Beweise gesichtet werden. Der Mensch fühlt sich zu  der einen oder anderen Behauptung mehr hingezogen und bewertet Beweise auch dementsprechend. Wer sagt die Wahrheit und wer ist der Lügner? Wer hat Recht und wer ist im Unrecht? Woher kommen die Beweise und könnte nicht alles arrangiert sein? Wie hängt alles zusammen, wer hat welches Interesse und wem nützt es?

Wie alles in der menschlichen Gesellschaft ist auch die Rechtsprechung ein höchst komplizierter Vorgang, der vor allem aus zwischenmenschlicher Kommunikation besteht. Die auserwählten Richter tragen die Verantwortung für das zukünftige Leben Einzelner und die Entwicklung der gesamten Gesellschaft, manche Entscheidung trägt heute einen globalen Charakter. Denken sie hin und wieder daran?

Es ist alles Auslegungssache. Für alle Gesetze gibt es welche, die diese umgehen. Der Mensch bestimmt alleine alle Ergebnisse. Die Masse der Bevölkerung möchte sicher sein, im Fall des Falles auch Gerechtigkeit zu erfahren. Daran zu glauben fällt vielen immer schwerer, da es offensichtlich ist, das Menschen mit viel Geld oder aus hohen Schichten der Bevölkerung, unabhängig der gegen sie stehenden Vorwürfe, eher in der Lage sind, Urteile durch Vergleiche außerhalb des Gerichtssaales mit entsprechenden Zahlungen zu umgehen. Wenn in solchen Fällen Urteile unterdrückt werden, ist dies nur wenig verständlich. „Schuldig“, „Unschuldig“ oder „nicht zu beweisen“ und die ordentliche Beendigung eines Prozesses sollten auch in der heutigen Zeit Priorität haben.

Dann sind wieder alle vor dem Gesetz etwas gleicher.   

Entwicklung von Unrecht und Boshaftigkeit


Entwicklung von Unrecht und Boshaftigkeit


 

„Jemanden ins Unrecht setzen“, „Jemandes Karriere zerstören“, „Stimmung gegen... machen“, fast jedem ist dieser Sprachgebrauch in der heutigen Zeit schon begegnet. Und jeder verbindet damit andere Gefühle. War er selbst schon einmal Opfer von Boshaftigkeit und kennt die Folgen oder gehört er den zusehenden, mal mitleidigen, mal amüsierten Massen an. Das Verhalten der Mehrheit ist nur verständlich, da die Darstellung von Boshaftigkeit und Unrecht zu den Grundpfeilern der heutigen Unterhaltungsindustrie zählen. Womit können die Menschen heute mehr verbinden, mit einem Helden, dem das Glück alles Gute dieser Welt nur so zufliegen lässt oder dem verschlagenen, hinterhältigen, oft am Boden liegenden Bösewicht, der sich mangels anderer Chancen, sein Stück vom Glück mit unlauteren Mitteln erkämpfen muss? Da der Masse das Glück nicht eben hold ist, kann vom Zweiten ausgegangen werden. Da der Mensch ein Leben lang lernt und er sämtliche Informationen auf die eine oder andere Art, mehr oder weniger intensiv verarbeitet und als Rüstzeug für sein Leben verwendet, er ja aus all diesen Informationen seine Bewusstseins Welt erschafft und sich so auch in das gesellschaftliche Ganze einfügt oder auch nicht, kann den medialen Einflüssen ein großer Stellenwert und eine hohe Verantwortung für die Entwicklung der Individuen zugestanden werden. Öffentliche Medien aller Art kann man schon mit Bildungseinrichtungen gleichsetzen, da viele Menschen eher und öfter mit ihnen, als mit, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen aufbauenden, Schulungsstätten in Berührung kommen.

Der Mensch ist sicher nicht von Geburt an boshaft. Äußere Einflüsse formen ihn zu dem was er ist und er zwingt sich selbst Dinge zu tun, die ihm rechtens erscheinen. Gewalt in der Familie, gegen Fremde, Diebstahl, Betrug. Alle Dinge, die bei der Masse der Gesellschaft ganz klar als Unrecht und Boshaftigkeit gelten, werden von einem unbekannt großen Teil als normal angesehen. Viele Dinge, gerade in Familien, kommen nie ans Licht der Öffentlichkeit. Die betroffenen schweigen, schämen sich und können niemandem Vertrauen. Wer kennt in diesem Fall also die tatsächliche Lage.

Bei anderen „Ungerechtigkeiten“ können die Anzahl von Gefangenen, die Zahl der gemeldeten Vorfälle und die Arten der gemeldeten Vorfälle sicher einen Eindruck vermitteln, in welche Richtung sich das Unrechtsbewusstsein einer Gesellschaft bewegt.

Entscheidend ist und bleibt die Ausrichtung des aufgebauten wirtschaftlichen und sozialen Systems. Druck führt immer zu Gegendruck, Wut zu Gewalt, Not macht erfinderisch im Hinblick auf Beschaffungsmaßnahmen der Betroffenen. Nicht alle Individuen handeln so, einige Leiden still und ertragen alles bis zur völligen Hingabe oder Aufgabe.

Eine Gesellschaft, die lieber Gefängnisse baut und sich über eine minimale Erhöhung der Aufklärungsquoten bei Verbrechen mehr freut als tatsächlich an den Ursachen zu arbeiten und diese zu beseitigen befindet sich schon auf Talfahrt. Denn genau wie solch ein Thema, werden auch alle anderen nur halbherzig angegangen.

Boshaftigkeit führt zu Unrecht und umgekehrt.

Religion im endlosen Kommunikations-Desaster


Religionen im endlosen Kommunikations- Desaster 


 

Vor Gott sind alle Menschen gleich. Gäbe es auf dieser Welt also statt vieler Religionen nur „die“ eine Glaubensrichtung und „den“ einen Gott, wären wir alle gleich. Da aber etliche Religionen ihre Anhängerschafft als gesegneter gegenüber anderen Bevölkerungsgruppen ansehen, kommt es nie zu dieser weltumspannenden „Gleichheit“. Religion trennt also mehr, als dass sie zusammenführt. Zumindest global betrachtet.

Betrachtet man die einzelnen religiösen Bewegungen für sich und einzeln, ist der verbindende Charakter und grenzüberschreitende Einfluss deutlich zu erkennen. Religionen wirken oft wie ein Brückenschlag und ermöglichen es in der Folge, andere als nur geistliche Ziele in bestimmten Regionen zu verfolgen. Religion verbindet Menschen der unterschiedlichsten Herkunft, Hautfarbe und Begabung.

Religionen sind unzweifelhaft die wichtigsten Bindeglieder der menschlichen Gesellschaft. Jeder Mensch sucht sich seine, die zu ihm passende Religion aus oder wird von ihr ausgesucht. Letzteres oft im Bereich der Sekten zu beobachten. Selbst wenn jemand nur an sich glaubt, ist dies eben seine persönliche Religion. Der Glaube an die Kraft und die Herrlichkeit, an die Unterstützung des eigenen Ichs, durch andere als weltliche Kräfte stärkt die Moral von Millionen Erdenmenschen.

Und doch wird dieser Glaube Tag für Tag auf harte Proben gestellt. Interne Querelen bis hin zu schwersten Vergehen, wie Kindesmissbrauch, tragen dazu bei, die Anhängerschaft einzelner Organisationen zu dezimieren und die Menschen zu verunsichern.

Vielen alten Religionen fällt es offensichtlich schwer, im Mediendschungel der Neuzeit ihre Zielgruppe zu erreichen, geschweige, dass es ihnen möglich ist, ihre Lehren aus alten Zeiten in modernen Versionen und Visionen verpackt zu präsentieren. Dies ist betrüblich, denn damit leisten sie ohne direktes Zutun allen modernen und auf die Verbreitung in den vorhandenen Kommunikationsnetzen bestens vorbereiteten neuen Glaubensrittern Vorschub.

Auch in diesem Bereich gilt, wenn die Übereinstimmung von Wort und Tat verloren geht, schwinden mit dem Vertrauen auch die Akzeptanz und der Glaube an die Religion.

Im Grunde genommen überwiegen in allen Religionen (bis auf militante Sekten) die positiven, lebensbejahenden Bilder. Wenn sich nun diese Hauptströmungen, Hauptreligionen auf die Verbreitung dieser Bilder konzentrieren würden und die Abgrenzung gegenüber anderen Glaubensrichtungen als gegeben hinnehmen könnten, wäre die Welt vermutlich etwas weniger gewalttätig.

Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden


Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden


 

Dieser, in der Wendezeit viel strapazierte Satz zeigt mit aller Deutlichkeit das Grundproblem der menschlichen Gesellschaft auf. Das Glück des einen, ist der Niedergang des anderen. Und dies in allen Bereichen des komplizierten und kaum zu übersehenden Geflechtes, des durch Menschen geschaffenen Systems.

Der Begriff „ Freiheit“ wurde in allen Zeiten von verschiedensten Denkern ihrer Zeit definiert. Er wurde benutzt, um Veränderungen in Systemen zu erreichen, er führte oft zu Umstürzen. Führte er auch zur Freiheit? Gibt es sie, die absolute Freiheit?

Wie schon beschrieben ist die Natur durchaus in der Lage, sich ohne den Menschen zu entwickeln. Tiere handeln instinktiv. Der Mensch ist gezwungen, sich zu organisieren. Es ist nicht die Frage ob er das tut, sondern immer nur, wie er es tut. Es ist die Ansammlung von verschiedensten Erfahrungen und Erlebnissen, welche ihn zu bestimmten Einsichten und Handlungen führen.

Die Freiheitsdefinition der einen muss in vielen Fällen auch von den Andersdenkenden akzeptiert werden. Jener Gruppe wird also schon ihre Freiheit genommen.

Organisation bedeutet gleichzeitig Einschränkung der Freiheit für alle. Es war schon immer so und ändert sich auch nur vielleicht, dass die Organisationsform einer Gesellschaft immer von wenigen bestimmt wird. Schaut man in die Vergangenheit, verschwanden all diese Gebilde menschlichen Denkens nach mehr oder weniger Jahren. Was zu Beginn für viele Beteiligte Vorteile und das Gefühl der Freiheit bringt, wandelt sich mit der Zeit ins Gegenteil, die Unfreiheit der Massen.

Der Mensch ist Grundsätzlich unfrei, da er sich organisieren muss. Dies zu erkennen muss einem nicht die Tränen rollen lassen. Es sollte vielmehr dazu führen, sich der Tragweite und der Verantwortung seines Hierseins bewusst zu werden. Viele, damals wie heute geben sich einer vorhandenen Situation und Tätigkeit völlig hin. Sie verlieren den Blick für die Details. Sie können größere Zusammenhänge nicht erkennen, geschweige richtig deuten. Die Organisation leidet darunter bis zum Zusammenbruch.

Freiheit ist ein nebulöses Ziel, auf dessen Weg, viele sich verirren. Es kommt auf die Ausrichtung und Planung der Organisationsform Mensch an, ihre Ziele bestimmen über den Charakter und Fortbestand einer Gesellschaft. Die Welt ist zusammengewachsen, sie ist mit wenigen Blicken aus entsprechender Entfernung sehr überschaubar geworden. Damit ist auch die größte Einschränkung unserer Freiheit deutlich zu erkennen. Wir haben nur diese eine Erde. Vernichten wir sie, vernichten wir uns.

Vergeben ist nicht vergessen


Vergeben ist nicht Vergessen


 

Es geschah und geschieht viel in der Welt, infolge dessen Menschen auf die eine oder andere Art betroffen sind.

Wenn man von Vergeben und Vergessen spricht, sollte man die menschliche Natur berücksichtigen. Auf der einen Seite verdrängt er schlechtes gern, um sich und seine Seele zu schützen, zum anderen hält er auch mit allen Mitteln an Erinnerungen fest. Erzählte Geschichten erfahren über die Zeit Veränderungen, je nach dem Vermögen und Willen der Erzähler. Zeitungs-Radio- und Filmmaterialien halten dagegen die Erinnerung sehr gründlich wach. Durch sie wird ein Vergessen fast unmöglich gemacht. Und das ist wirklich, gut so. Wer auf irgendeine Weise mit den Geschehnissen verbunden ist, sei es durch Verwandtschaft oder Zugehörigkeit zu einem Volk oder einer anderen Interessengemeinschaft und wenn die Ereignisse für diese Gesellschaftsteile auch noch Nachteile bedeuteten, so fällt das Vergessen besonders schwer. Je größer der zeitliche Abstand zu den Ereignissen, je größer der Anteil derjenigen, die trotz des Wissens um bestimmte Umstände bereit sind, auch zu Vergeben.

Ein vollständiges Vergessen ist also ausgeschlossen, es sei denn, man schließt den Menschen von jeglicher Bildung und Informationsquelle aus.

Grundvoraussetzung für das Vergeben ist ein umfassendes Vertrauen. Und dieses Vertrauen kann nur aufgebaut, erhalten und ständig ausgebaut werden, wenn die Kommunikation in Form von Sprache, Gestik und Mimik, sowie die tatsächlichen Handlungen aufeinander abgestimmt sind und dieses rechtfertigen. Sobald die Diskrepanzen zwischen dem Gesagten und Getanen zu groß werden schwindet das Vertrauen man steht vor derselben Situation, wie zum Zeitpunkt der Geschehnisse mit allen Folgen, die sich daraus ergeben.

Vergeben will gelernt sein und hat auch etwas mit Bildung in allen Teilen der Welt zu tun. Nur wenn die Geschichten der Vergangenheit als das betrachtet werden, was sie sind, nämlich Geschichte, und die Lehren aus Allem positiv bewertet werden, kann Vergebung zugelassen werden.

Der Zusammenhalt der Menschen in Gruppen


Der Zusammenhalt der Menschen in Gruppen


 

„Not schweißt zusammen“, „Einer für alle, Alle für einen“, „Nur zusammen sind wir stark“, dies sind sicher nur einige der, auf interessengleiche Gruppen hinweisende Zitate.

Sie besagen alle das gleiche. Der Mensch soll sich zusammenschließen, Gruppen und Gemeinschaften bilden, um dieses oder jenes Ziel zu erreichen. Je klarer die Ziele und je umfassender diese Ziele sich mit den Bedürfnissen der beteiligten Personen decken, umso enger die Bindung der Gruppe.

In früheren Zeiten, als der Mensch und insbesondere seine Psyche nur wenig erforscht waren, die verschiedensten Götter aber in Erscheinung traten, welche überwiegend mit natürlichen Erscheinungen verbunden waren, wie Sonne, Mond und Sterne, führten territoriale und eben diese Naturerscheinungen zu Gruppenbildungen. Sie lebten in derselben Gegend, mit trockenen Zeiten und dem damit verbundenen Hunger oder aber den regenreichen Zeiten mit entsprechenden reichen Ernten. Sie lebten miteinander und liebten einander. Andere Gruppen aus anderen Territorien bedrohten diese gewachsenen Gebilde der menschlichen Gesellschaft. Sie nahmen ihnen Teile ihrer Nahrung und ihres erwirtschafteten Besitzstandes. Sie nahmen ihnen ihre Götter, um sie durch die Eigenen zu ersetzen.

Es gab Zeiten, in denen die verschiedensten Gruppen eher getrennt blieben und sich bekämpften. Es gab Zeiten, in denen sich die verschiedensten Gruppen vermischten und sich neue Einheiten bildeten. Diese dann mit neuen, gemeinsamen Zielen. Die Wortführer der jeweiligen Gruppen steuerten diese Entwicklung. Mit ihrem Willen, mit ihrer Form der Kommunikation. Wie heute auch?

Im Altertum gab es Aufgrund der Kommunikationsstrukturen weniger aber dafür homogenere Gruppen. Heute, im Kommunikationszeitalter schlechthin, gibt es unzweifelhaft mehr, der verschiedensten Gruppen mit den unterschiedlichsten Zielen. Jeder kann sich zum Wortführer Aufschwingen, oder es wenigstens versuchen. Hinzu kommen tausende von Individualisten, welche ohne eigenes Zutun und Wollen durch die eine oder andere Art ihres Auftretens in der Öffentlichkeit, plötzlich Meinungsbildner werden und zur Gruppenbildung führen. Unabhängig davon, wie man ihre Einstellung humanistisch bewerten möchte. Dies hängt ja schließlich vom eigenen Weltbild ab.

Allen Gruppen ist aber eines gemeinsam, es gab und gibt immer eine oder mehrere kommunikationsstarke Persönlichkeiten, welche die Wünsche anderer Menschen aufspüren und in Ziele für die Gruppe umwandeln. Ob gewollt oder ungewollt. Ob getragen von Gewalt oder Liebe, Hass oder Sehnsucht. Die Ergebnisse sind heute weltweit zu besichtigen, die Ziele der verschiedensten Gruppen liegen für alle sichtbar und offen bereit. Man muss nur hinschauen, hinhören und wenn möglich, sich unter die Zielgruppe mischen, um deren Schwingungen aufzunehmen. Schwingungen aufnehmen? Geht das? Was ist das?

Es ist wohl schwer zu glauben, wenn man es nicht selbst erlebt hat. Stellen sie sich einen Raum vor, mit gefühlter Deckenhöhe von 2,20m und eng an eng gefüllt mit 400 Menschen. Laib an Laib. Und nun stellen sie sich dämmeriges Licht vor, sie sehen nur eine schwarze Masse, und diese bewegt sich. Im gleichen Tackt, von rechts nach links und umgekehrt. Nur einer bewegt sich nicht, sie selbst. Wie würden sie sich fühlen, wenn sie bemerken, dass ihre Schwingung nicht mit der Schwingung der 400 anderen Menschen übereinstimmt? Und dies nicht weil Ihnen die Musik nicht gefällt, denn es spielt keine Musik. Im Gegenteil, jemand hält eine Rede. Keine Melodische. Sie würden sich innerlich die Frage stellen, was ist los mit mir, was wissen die anderen, was  fühlen die anderen gerade? Wessen Gefühle sind nun die Wahren? Meine oder die der 400 anderen Gruppenmitglieder?

Ja, im Heute, wo die menschliche Psyche bis fast ins letzte erforscht ist, treten die neuen Religionen mit völlig neuen Methoden an. Der oben beschriebene Vorfall spielte sich nicht in einer evangelischen Kirche ab. Es spielt auch keine Rolle, wo und wann es stattfand, denn es findet täglich auf der ganzen Welt statt. Schlafentzug durch Unterbringung in Hotels mit defekten Klimaanlagen, das rabiate ausnutzen sämtlichen Wissens über Einzelpersonen inklusive sexueller Vorlieben und frühkindlicher Erfahrungen sind genauso erfolgreiche Mittel, wie die Dauererniedrigung der Person mittels diffamierender Worte. Sei ein Teil der Gruppe und ordne dich unter! Dies sind die Botschaften der neuen Religionen. Diese Geben Gas und haben nur ein Ziel! Menschen. Und sie haben Erfolg damit. Ihre Ziele und Erfolge zu bewerten, überlasse ich gerne späteren Generationen. Ich habe aus welchen Gründen auch immer, nie zu irgendwelchen Gruppen gefunden. Dies hat mich auch in manche depressive Phase gestürzt. Vielleicht wurde man auch gestürzt. Denn das Motto lautet ja heute, erst Zerstören um dann ein vollwertiges Mitglied, welcher Gruppe auch immer aufzubauen. So werden Maschinen hergestellt. Breche das Erz aus dem Berg, schmelze es und gieße es in eine Form. Wie im Berg, hinterlassen diese Methoden auch im Menschen Wunden.

Diese neuzeitlichen Formen der Religion passen sich wunderbar an die heutigen gesellschaftlichen Verhältnisse an. Sie sind der Ersatz für eine nicht mehr funktionierende Gesellschaft, der Individualisten. Separieren, diffamieren, kaufen, bestechen, nichts fällt heute leichter als das. Die Menschen sind mehr denn je anfällig und gefährdet. Eine starke Gesellschaft würde solche Vorgänge wohl nicht zulassen und ihre Mitglieder schützen.

Aus Sicht der Gruppenmitglieder sieht das dann allerdings ganz anders aus. Sie fühlen sich wohl in der Mehrzahl, über einen langen Zeitraum, eventuell für immer.

Für die Gesellschaft sind ausschließlich die Ziele von Vereinigungen und sonstigen Gruppen entscheidend. Dienen sie allen, oder müssen alle ihnen Dienen? Fügen sie jemandem Schaden zu? Was kann sich daraus in der Zukunft entwickeln?

Der Wert des einzelnen Menschen


Der Wert des einzelnen Menschen


 

 

Kann man dem Menschen einen Wert zuordnen, darf man dies tun? Ist jedes Leben gleichwertig oder gibt es höherwertiges Leben? Schon diese Frage sollte einem denkenden Wesen die Antwort liefern! Jedes Leben ist gleich wertvoll und schützenswert.

Jeder leistet mit seiner Anwesenheit und seinem Tun einen Beitrag für das große Ganze. Schon das bloße Gelingen der Geburt ist schon ein Zeichen, ein wertvolles Mitglied der menschlichen Gesellschaft zu sein. Niemand weilt ohne Grund hier, alle haben eine Aufgabe.

Innerhalb von Familien wird der Wert des Menschen wohl sehr hoch angesetzt. Man achtet aufeinander, schützt und unterstützt sich gegenseitig. Dies ist Wertschätzung. Je näher sich die Menschen  stehen und je besser sie einander kennen, umso höher schätzen sie den immateriellen Wert des jeweils anderen ein. Mit größerem Abstand verringert sich auch dieser Faktor. Sterbenden Afrikanern oder Irakern weint man in Europa keine Träne nach, da der Mensch im Allgemeinen nur Dinge Wertschätzen kann, welche von seinen Gedanken, die ja durch vorhergehende Informationsaufnahme geformt werden, auch als Wertvoll erkannt werden. Fremdes, entferntes Leben berührt nur eine kleine Gruppe von Menschen. Jene, die den Wert des menschlichen Lebens für sich selbst erkannt haben und in ihren Gedanken als grundsätzliches verankert haben.

Je größer diese Gruppe von Menschen wird, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Wertschätzung fremden Lebens weltweit zunimmt. Es in der Folge gelingt, Kriege zu vermeiden und damit kostbares Leben zu erhalten sowie Lösungen gefunden werden, allen Menschen nicht nur das Hiersein zu ermöglichen sondern auch noch eine sinnvolle Aufgabe zu geben.

Leben wiegt schwerer als Gold. Erst der Mensch hat mit seinen Gedanken dem Gold zu Wert verholfen.

Das Trennende und das Verbindende der Menschheit


Das Trennende und das Verbindende der Menschheit


 

Das Trennende und Verbindende der Menschen entsteht nur in den Köpfen jedes einzelnen Individuums auf diesem Planeten. Es sind die Gedanken, welche den Vorkommnissen und allen geistigen und sächlichen Dingen in unserem Umfeld und darüber hinaus einen verbindenden oder trennenden Charakter zuschreiben und entsprechende Handlungen provozieren. Diese Gedanken entstehen Aufgrund der gemachten Erfahrungen und der aufgenommenen Informationen ab dem Zeitpunkt der Geburt eines Menschen. Dies gilt für alle Erdenbewohner gleichermaßen.

Wir atmen alle die gleiche Luft, wir sind alle auf natürliche Nahrungsmittel angewiesen und unterscheiden uns grundsätzlich nicht im Aufbau und den Funktionen unserer Körper. Alles Weltliche macht uns also ziemlich gleich und verbindet uns. Wir können alle diesen, unseren Planeten Erde nicht verlassen und sind auf das Vorhandensein der Sonne angewiesen.

So wie Kinder mit ihren Eltern verbunden sind, vom Tag ihrer Geburt bis zum Tag ihrer eigenständigen Erwerbs- und Lebensfähigkeit und darüber hinaus, so sind auch alle Bewohner der Welt miteinander verbunden.

Wie in der eigenen Familie werden Gedanken durch Informationsaufnahme gebildet und an andere weitergereicht. Von Tür zu Tür, von Stadt zu Stadt, von Land zu Land. Ob diese Gedanken verbindend wirken oder trennend, hängt von jedem einzelnen ab. Sie lösen in jedem Fall Handlungen aus.

Alle wollen leben, überleben, in einer künstlich geschaffenen Welt. Das sollte verbinden.

Trennendes Gedankengut lag seit tausenden Jahren immer voll im Trend.

Es ist wohl besser das Verbindende zu erkennen als das Trennende zu suchen.

Die Bewegung unter der Oberfläche


Die Bewegung unter der Oberfläche


 

Können wir beim Blick auf das Meer bis auf den Grund schauen? Wissen wir, was sich hinter einer verschlossenen Tür verbirgt? Können wir die Gedanken unserer Mitmenschen lesen?

Nein, dies ist wohl die Antwort auf alle diese Fragen. Schön wäre es, wenn wir es könnten. Es würde uns viele bösen Erfahrungen ersparen helfen und das Leben sicher um einige Informationen bereichern. Da wir all dies aber nicht können, sind wir auf technische Hilfsmittel angewiesen, um das Meer unter der Oberfläche zu erforschen, seine Bewohner kennen- und lieben zu lernen.

Wir müssen Türen öffnen, um in den Raum dahinter blicken zu können und uns ein Bild der Vorgänge machen zu können.

Wir müssen mit Menschen sprechen, sie beobachten, ihre Reaktionen, ihre Interaktionen und natürlich ihre Aktionen im Verhältnis zu Ihrer Umwelt. Nur so ist es möglich etwas über ihre wirklichen Gedanken und Einstellungen zu erfahren.

Wie in der Physik gibt es auch in der menschlichen Welt positive und negative Teilchen einer Summe. Positiv und negativ beschreibt in diesem Fall die humanistische Wertetabelle dieser Teilchen. Die Einstellung hinsichtlich anderen Lebens, der Umwelt und aller sozialen Fragen. Im Gegensatz zur Physik, wo Naturgesetze herrschen und alles einen Sinn macht, entwickeln sich die negativen und positiven Teilchen in der Weltbevölkerung auf eine ganz eigene Art.

Diese Entwicklung, das Mehr oder Weniger an positiven oder negativen Teilchen entsteht durch Kommunikation. Diese Entwicklung wird durch Menschen, Teilchen mit eben diesen Neigungen forciert.

Je nachdem, welche der beiden Seiten die Oberhand gewinnt, entscheidet sich der weitere Verlauf der Geschichte. Alles ist Vorhersehbar und Erklärbar. Nicht mittels Kaffeesatz oder eines Oktopusses, sondern durch sinnvolle Verarbeitung von Informationen. Durch Beobachtung der alltäglichen Geschehnisse auf diesem kleinen Planeten.

Die Massen in den Ländern dieser Welt leiden auf die eine oder andere Art. Diejenigen, die ohne finanzielle Sorgen durch das Leben gehen sind in der Minderheit. Leider verliert ein großer Teil dieser Minderheit immer und immer wieder (Revolutionen sind ja in der menschlichen Geschichte nicht die Ausnahme sondern die Regel), den Blick für die Realität.

Sie kennen das Unten nicht, wie sollten sie darunter schauen können?

Sie interessieren sich auch nicht dafür. Die menschliche Pyramide verlangt von Ihnen ständig, den Blick nach oben zu richten und nach unten zu treten.

Dies alles führt zu Entwicklungen, bei denen die Bezeichnung Mehrklassengesellschaft noch harmlos klingt. Es bildet sich vielmehr ein Sumpf unter der Oberfläche. Auch dort, getrennt nach positiven und negativen Teilchen, welche ihre Machtkämpfe ausfechten. Die wie auch immer gepolten,  interessierten Mächte der Oberschicht unterstützen ihre Truppenteile unter der Oberfläche (manchmal in Form von Korruption zu erkennen), um gesamtgesellschaftliche Fortschritte zu erzielen. Im negativen oder im positiven Sinn, je nach Neigung.

Wie soll man erkennen, in welche Richtung es geht? Will man es erkennen oder lässt man es besser laufen, ohne den Versuch zu machen, die positiven Kräfte zu identifizieren und in Folge zu unterstützen? Das Gute ist meist schweigsam, zurückhaltend und anfällig. Anfällig, von negativen Teilchen mit lauten, glückversprechenden aber tödlichen Parolen in eine tragische Richtung gelenkt zu werden.

Es ist wohl ratsam, sich einen Gesamtüberblick der Verfassung einer Gesellschaft zu verschaffen. Im sichtbaren und unsichtbaren Bereich. Nur so, können Überraschungen vermieden werden und die Entwicklungen in allen Bereichen sinnvoll gesteuert werden.

Die schweigende Masse


Die schweigende Masse


 

In Deutschland ist der Anteil der schweigenden Mehrheit ziemlich groß. Sie schwiegen zum Mord an sechs Millionen Juden, sie schweigen zum allmählichen Verlust Ihrer Menschenwürde in der Jetztzeit. Immer mehr Menschen werden an den Rand gedrückt. Sie ertragen es- schweigend. Das ist das Grundübel in der deutschen Gesellschaft. Randgruppen werden wieder zu schuldigen gemacht. Einwanderer, Zigeuner, Roma und alle andersartigen Menschen sind wieder Ziel von Negativpropaganda. Die Masse schweigt und genießt. Ja, zum Glück gehöre ich nicht zu einer jener Randgruppen. Die sind doch alle selbst schuld. Wie damals. Es hat sich nichts geändert. Es geht kein Aufschrei durch die Gesellschaft, wenn von Kinderarmut und gehäuften Kindstötungen die Rede ist. Es ist alles weit weg, es betrifft sie nicht, die Deutschen. Jeder bleibt auf seinem Posten und unterstützt schweigend ein System, welches sich langsam aber sicher selbst erdrückt. Die wenigen positiven Initiativen sind schon Zahlenmäßig nicht in der Lage das Elend aufzuhalten. Es handelt sich  nur noch um den berühmten Tropfen auf den heißen Stein. Anders lässt es sich kaum mehr beschreiben. In den Untiefen des Mittelstandes ist diese menschliche Verrohung am besten zu beobachten. Vielen Menschen fehlen schon die kommunikativen Voraussetzungen um sich selbst, gegen die täglichen Erniedrigungen ihrer Umwelt zur Wehr zu setzen. In der Folge fügen sie eher sich Verletzungen zu, und vernachlässigen Ihre Gesundheit, als dass Sie in der Lage wären, sich durch Aussprachen, ihrer Probleme zu entledigen. Sie beginnen um sich zu beißen. Desto schlechter die eigene Lage, je geringer der Bildungsgrad und immer abhängig vom ausgeübten Druck der Umwelt- umso schlimmer das eigene Beißverhalten. Statt in der Not zusammenzufinden und ein positives Sozialverhalten zu entwickeln, welches den Druck ja mindern könnte, da Verständnis für und Unterstützung des anderen zur Verminderung des Druckes führen würde, geschieht genau das Gegenteil. Strategische Partnerschaften werden nur gebildet um kurzzeitig gegen neu ausgemachte Konkurrenten im Revier vorzugehen. Die Masse beobachtet diese Revierkämpfe und schwankt mit Ihrer Sympathie mal von der einen zu der anderen beteiligten Gruppe oder Person. Es ist die schweigende Mehrheit, die keine Stellung bezieht, sich nicht äußern kann, sich nicht äußern will, aus Angst, Ihre Privilegien zu verlieren, seien sie noch so klein. Und für dieses Verhalten ist eine Minderheit verantwortlich, diejenigen, welche in einem Land die Macht ausüben. Macht lenkt, Macht kann erdrücken, Macht denkt nicht. Über die Fehler im System sprechen die Menschen auf Nachfrage klar und deutlich. Wenn es keine Zuhörer gibt. Im Vier-Augen-Gespräch öffnen sich die meisten. Und es sind keine Dummen Gedanken, die da geäußert werden. Aber die Leitsätze lauten: „Das interessiert ja doch keinen!“, „ Ich kann da eh nichts ändern!“. Und wenn man sich in diesen kleinen und großen Betrieben umsieht, kommt man leider zu der Erkenntnis, ja, überall sitzt ein kleiner Gott in der Chefetage und predigt seine Gebote. Nichts anderes hat zu gelten, außer diesen, seine Gebote. Amen!

Sollte doch mal ein Menschenkind aufbegehren, oder auch nur auf den Gedanken verfallen, eigene Gedanken zu äußern, wird er schnell als Störenfried und aufmüpfig klassifiziert. Was von unten kommt kann ja nicht wertvoll sein. Macht, macht auch blind und taub.

Dies ist sicherlich nicht überall so, aber es kommt vor. Wehret den Anfängen heißt: Den Regeln des menschlichen Zusammenlebens im 21. Jahrhundert mehr Bedeutung beizumessen und das soziale Gefüge im globalen Kontext so auszutarieren, dass es nicht zur Wiederholung der Vergangenheit kommt.

Das Gute schlummert in uns allen. Das Böse in dieser Welt ist hell wach.

Auch in anderen Teilen der Welt wurde und wird gemordet. Das Ergebnis all dieser Gräueltaten ist der Tod. Schmerzen und Leiden für Millionen Menschen auf der Welt unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, Alter und Religionen. Exzesse, wie sie so, in der Tierwelt nicht oft vorkommen.

Gibt es trotzdem einen Unterschied der Bewertung dieser Taten? Unterschieden und unterscheiden sich diese Taten in den Ursachen, der Durchführung und der Zielsetzung?

Ja, es gibt sie, die Unterschiede. Nimmt man Stalin als Beispiel, muss man anerkennen, dass er ein völlig neues System etablieren wollte. Ein System, welches die Gegnerschaft vieler Teile der Bevölkerung und benachbarter Staaten herausforderte. Es gab also tatsächlich einen Feind, den es zu bekämpfen galt. Am Anfang war das Kämpfen und Töten also notwendig. Mit Festigung seiner Machtposition und beim Versuch, ein rückständiges Land in die Industrialisierung zu führen, wandelte sich der ehrenvolle Charakter der Kämpfe gegen Feinde des Systems in einen menschenverachtenden Feldzug gegen die eigene Bevölkerung. Er unterschied kaum noch zwischen Freund und Feind. Er wurde zu einem kranken Alleinherrscher mit allen damit verbundenen Ängsten und Zwängen und den daraus folgenden Handlungen. Am Beginn standen Kriegsopfer, welche nicht weniger zu bedauern sind als die späteren Mordopfer. Die einen haben bewusst Widerstand geleistet und mit der Waffe in der Hand dem Tod wissend ins Auge geschaut, die anderen wurden getötet, ohne, dass sie den Grund dafür kennengelernt haben. Sie verstanden nicht, was die Industrialisierung mit den Hungersnöten zu tun hatte. Sie haben vor Ihrem Tod dieses Wort vielleicht nie gehört. Sie schwiegen, denn sie wussten ja nicht, gegen was sie aufbegehren sollten.

Allgemein zeichnen sich Revolutionen innerhalb politischer Systeme durch bewaffnete Auseinandersetzungen der unterschiedlichen Kräfte aus. Es kommt zu Opfern auf allen Seiten. Jede Gruppe verfolgt allerdings auch in ihrem Sinne ehrbare Ziele, welche mit aller Konsequenz, unter Inkaufnahme von menschlichen Verlusten durchzusetzen sind. Wie die Sieger in der Folge handeln, das macht den Unterschied aus.

Sind sie Fair und versuchen die ehemaligen Gegner in das neue System bestmöglich zu integrieren? Oder wird die Gegnerschaft am Leben erhalten und der Kampf bis ins letzte fortgeführt? Können sie den Zeitpunkt erkennen, ab dem sich gerechtfertigte in ungerechtfertigte Opfer wandeln?

Die Geschichte kennt viele Beispiele der einen und der anderen Art!

Doch der niederträchtigste Fall in der Geschichte bleibt der industrielle Massenmord während des dritten Reichs. Habgier, Mordlust und Neid, Hass gegen Minderheiten lassen keine Entschuldigung zu. Boshaftigkeit war der Antrieb für diesen Wahnsinn. Ich hoffe, dass auch mit dem Versterben des letzten beteiligten, egal ob Opfer oder Täter, nicht das große Vergessen über Deutschland hereinbricht. Erste Anzeichen für das Schwinden der Erinnerungen und die Abschwächung der Taten, sind schon zu beobachten. Die jungen Menschen sollen sich nicht schuldig fühlen! Aber sie sollten wissen, zu welchen Taten der Mensch in der Lage ist und sich bei den ersten Anzeichen dagegen auflehnen. Dazu müssen sie Systeme durchschauen können und die wahren Ziele erkennen. Das wichtigste ist aber eine positive humanistische Grundstimmung, welche durch die gesamte Gesellschaft getragen wird. Viel Glück...

Die Begrenztheit des menschlichen Handelns und Denkens


Die Begrenztheit des menschlichen Handelns und Denkens


 

Jeder Mensch ist auf eine Art Gefangener seiner selbst. Die Seele ist gefangen in einem Körper und dieser wird von Gedanken gesteuert, von denen niemand wirklich weiß, woher sie kommen und wie sie entstehen. Wir wissen, wie wir diese Gedanken beeinflussen können, durch Bilder, Texte, Töne,  Farben und andere Dinge, wie Gerüche und Berührungen. Es gibt unzählige Möglichkeiten der Einflussnahmen und in der heutigen Informationsgesellschaft auch Unmengen von Kontaktstellen, über die Informationen fließen. Gerade noch zur Nachtzeit ist es dem Menschen vergönnt sich dieser Beeinflussung zu entziehen. Allerdings nur bei normalem Schlafverhalten. Schlaflosigkeit und Grübeleien in der Nacht, könnten durchaus Ursachen in der Reizüberflutung des vergangenen Tages haben. Der Mensch tut das und kann das, was man ihm im Laufe seines Lebens beibringt. Die Eltern, die Verwandten, Lehrer, Arbeitskollegen und Freunde oder Bekannte, heute immer mehr die Medien und deren Hauptdarsteller formen den Menschen. Sie sind für gewisse Grundeinstellungen verantwortlich und prägen die Sicht eines Menschen auf die Dinge um Ihn herum. Ob es einem Menschen möglich ist, größere Zusammenhänge in verschiedensten Teilgebieten zu erkennen, hängt wohl sehr stark von der Menge an Informationen ab, die ihm in der Zeit davor zugeflossen sind. Ohne Informationen, kein erkennen, verstehen und handeln.  Wie er auf Informationen reagiert hängt nun auch wieder von seiner Prägung ab. Liebt er die Menschen oder hasst er sie. Mag er Milch, oder kann er sie nicht ausstehen. Jede Prägung führt zu individuellen Handlungen auf vorhergegangene Informationsverarbeitungen. Könnten Menschen Ihre Prägung vernachlässigen und anders als erwartet reagieren? Es fällt schwer und kostet Überwindung. Der Mensch  als Gewohnheitstier sucht im Normalfall den einfachen Weg. Doch hin und wieder fallen besondere Typen durch besondere Leistungen auf, die Sie nach Jahren des Trotts in zertretenen Lebenswegen in völlig neue Sphären führen. Sie besteigen Berge, tauchen in ungeahnte Tiefen oder springen mal vom Rand der irdischen Lufthülle mit einem Fallschirm in die Tiefe. Diese Menschen überschreiten Grenzen, vor allem ihre eigenen.

Für den Rest gilt, ich sehe, was ich sehe, ich weiß, was ich schon gesehen oder von dem ich schon gehört  habe. Jeder handelt nach seinen Erfahrungen und nach seinem persönlichen besten Wissen und Gewissen. Das dieses Wissen manchmal nicht ausreichend ist und das Handeln dementsprechend erfolglos bleibt, dies steht auf einem anderen Blatt. Das beschränkte Wissen gibt dem Geist im Körper auch noch Recht und lässt ihm keine Chance, die Fehler zu erkennen. Das ist die Begrenztheit, unter der der Mensch leidet. Für den einen stellen Handlungen eines Menschen die größten, revolutionärsten Taten dar, für den nächsten handelt es sich um pure Zeitverschwendung! Der eine hält diese Zeilen für unterhaltsam, der andere gähnt vor Langeweile! Der eine kann den Zusammenhang des Textes mit seinen Erfahrungen herstellen, der andere nicht, da Ihm diese fehlen. Aber da es sich bei diesen Zeilen auch um Erfahrungen handelt, welche das Seelenleben eines Menschen bereichern, geht derjenige, der sie liest, eventuell mit wacherem Blick durchs Leben. Einen Versuch ist es wert.

 

Sonntag, 13. Januar 2013

Bildung


Die Bildung


 

Welche Bedeutung hat die Bildung in der heutigen Gesellschaft? Welche Ziele verfolgt sie, hinsichtlich der gesamtgesellschaftlichen, allumfassenden Formung der Gesellschaft.

Sind sich die Verantwortlichen Ihrer Macht bewusst, die sie über jeden einzelnen, der Ihnen anvertrauten Schützlinge haben? Sind sie sich über das gesamtgesellschaftliche Ergebnis ihrer Tätigkeiten im Klaren? Hinterfragen sie ihre Methoden und Ansichten in Bezug auf die erzielten Ergebnisse? Wird mit diesem Thema ehrlich umgegangen oder machen sich alle etwas vor? Welche Bildungstiefe und Breite wird von der jetzigen Gesellschaftsform zugelassen? Sind weniger gebildete Menschen besser zu lenken? Können weniger gebildete Menschen ihr Elend besser ertragen, da sie über weniger Fantasie verfügen, sich ein anderes Leben vorzustellen? Sind die Ziele der Bildung an Interessengruppen geknüpft und richten sich an ihnen aus? Sind die unterschiedlichen Bildungserfolge in den verschiedensten Regionen der Welt mit diesen Verknüpfungen und Abhängigkeiten zu erklären? Ist Bildung gleich Bildung?

Wozu führen diese Bildungsunterschiede und sollten wir uns vor den Endresultaten fürchten?

Jeder Mensch handelt nach den ihm in seinem Leben zugeflossenen Informationen und nimmt seine Umwelt auch dementsprechend wahr. Er hält Dinge für richtig und wichtig, die sein Gehirn ihm vorgibt und von denen er Kenntnis hat, oder die er sich aufgrund seiner vorhandenen Fantasie vorstellen kann. Fantasie gehört dazu, wenn Menschen Musik entwickeln, Gedichte schreiben, architektonische Meisterwerke erschaffen oder Maschinen konstruieren, mit denen es der Menschheit ermöglicht wird, den Weltraum zu erobern. Was all diesen Menschen gemeinsam ist? Sie kommunizieren viel mit sich im Geiste oder auch mit anderen Menschen, die Einfluss oder Teilhabe an einem Projekt haben. Dies geschieht mittels Worten! Ich behaupte einfach, dass ein großer Wortschatz und eine Fülle verschiedenster Informationen zu mehr Kreativität und Fantasie führen.

Aus Worten entstehen die Bilder im Kopf. Aus guten Worten entstehen positive Bilder, aus bösartigen, angsteinflößenden Worten entstehen negative Bilder. Aus Worten und Bildern im Kopf formen sich Weltbilder und persönliche Einstellungen. Diese verfestigen sich mit der Zeit und werden in die eine oder andere Richtung durch gezielte Aufnahme von relevanten Informationen und gleichzeitiger Abschottung gegen nicht zum Weltbild passende Informationen noch verstärkt.

Den Einfluss, den Worte im Verbund als sinnvolle, zielgerichtete Sätze zusammengefügt ausüben, sollte man nicht unterschätzen. Wie Bilder sind sie wegweisend, richtungslenkend und zielführend. Aus den vergangenen Zeiten, in denen der Fernseher und der Computer noch nicht erfunden waren, stammen die schönsten Schöpfungen, welche die Weltliteratur und Weltmusik hervorgebracht haben. Fantastische Geschichten von U-Booten und Mondraketen, welche den Menschen in seiner Fantasie beflügelten und es ihm erst ermöglichten, sich der tatsächlichen Erschaffung dieser Objekte zu widmen und an sie zu glauben.

Die Gedanken eines Menschen gehören ihm, wir kennen sie nicht, es sei denn, er spricht mit uns oder legt die Gedanken wie hier, schriftlich nieder. Es kann sich dann ein Gesamtbild seiner Vorstellungen ergeben. Ob diese Vorstellungen als gesellschaftskonform oder nicht wahrgenommen werden, ob der Zuhörer oder Leser den Gedankengängen überhaupt folgen kann, hängt auch und gerade von seinen vorhandenen sprachlichen Verknüpfungen,  dem vorhandenen Wortschatz und seinem geistigen Weltbild ab, welches sich über die Jahre durch Informationsaufnahme entwickelt hat. Dies entscheidet auch darüber, ob er anfängt sich selber Gedanken, weiterführende Gedanken zu machen, die ihn in irgendeine, ihn befriedigende Richtung führen. Daraus kann man folgern, dass auch alle weiteren Entwicklungen, welche der Menschheit Nutzen bringen können, mit einem verbreiteten Wortschatz in der gesamten Bevölkerung zusammen- und abhängen. Wer will wissen, wer der nächste Entwickler einer Weltneuheit ist! Wer will wissen, welcher Mensch aus welcher Schicht der Gesellschaft mit seiner entwickelten Fantasie einen guten Beitrag für die Gesellschaft leisten wird! Mit dem Schwund der sprachlichen Begabungen in Teilen der Gesellschaft auf der ganzen Welt hervorgerufen durch die Technisierung der Informationsaufnahme oder durch Verhinderung von sprachlicher Bildung im allgemeinen steigt nur eines ganz gewiss, das Konfliktpotential!

Gute Bildung ist in meinen Augen die, welche es allen Menschen in dieser Gesellschaft ermöglicht, positive Träume zu haben und eine Fantasie zu entwickeln, die ihnen hilft, ihr Leben selbstbestimmt zu leben und über sich selbst hinauszuwachsen. Gute Bildung bedeutet Menschen zu formen, die einen Weg im Leben erkennen und diesen beschreiten wollen. Gute Bildung bedeutet aber auch, gesellschaftliche Erfordernisse und Aussichten deutlicher zu beschreiben, um es den Heranwachsenden zu ermöglichen, gezielter und mit mehr Lust, die eine oder andere Entscheidung in Richtung Berufs-oder Studienwunsch zu treffen. Sich nur auf das Bild der Bewerbungsunterlagen zu konzentrieren und das Nichterklären von gesellschaftlichen Zwängen mit dem Begriff „Freiheit“ der Berufswahl zu erklären, gleicht mehr einer Unterlassung, als einer echten Strategie. In der Folge verfehlter Bildungspolitik nach ausländischen Arbeitskräften zu rufen, statt die Ressourcen erst mal im eigenen Land zu heben ist eine bodenlose Frechheit.

Das Potential in allen Regionen der Welt ist riesig, es wird nur zu wenig genutzt.

Freitag, 11. Januar 2013


Der Umgang mit und die Achtung vor dem Alter


 

Man könnte das Gefühl bekommen, dass sich in der heutigen Zeit alles, aber auch wirklich alles auf einen Geschäftsplan reduziert. Und wenn alle Beobachtungen und Ereignisse zusammengeführt werden, kommt man zu dem Schluss, es ist wirklich so.

Im Zusammenhang mit dem Alter und dem Umgang mit den Alternden kann dies besonders gut beschrieben werden. Die Unterschiede der Versorgungslage in den verschiedensten Heimen einer Großstadt wie Berlin, die Unterschiede in der Art der Unterbringung und die Unterschiede in der Betreuungsintensität spiegeln in trauriger Weise die Entwicklung einer in Schichten untergliederten und auf Gewinnmaximierung trainierten Gesellschaft.

Alle Heime sind Zertifiziert, alle Heime werden kontrolliert, alle Heime arbeiten mit dem sogenannten Qualitätsmanagement. Also ist die Welt in Ordnung.

Wie überall erfolgen Kontrollen nach vorangegangener Information der betroffenen Heime. Das dies zu allen möglichen Vorbereitungen führt, die dem Kontrolleur den Idealzustand vorspiegeln sollen, dass dem Kontrolleur wohlgesonnene, mehr oder weniger rüstige Rentner als Gesprächspartner in den Weg geschoben werden und die Rute der Hausbegehung meist von den Angestellten und nicht den Kontrolleuren bestimmt wird, das gehört wie in vielen Bereichen der Wirtschaft auch, zur gängigen Praxis. Wer hat schon Lust auf Negativberichte und Mehrarbeit. Der Feierabend ruft alle Beteiligten.

Stinkende Schmutzwäsche, aufbewahrt in den sogenannten Gesundheits- oder Pflegebädern der Heime sind eine der abartigen Auswirkungen, wenn statt an Wäscheräume zu denken, jeder Quadratmeter als Wohnfläche für geldbringende alte Menschen genutzt wird. Der strenge Geruch in vielen Heimen ist der Gradmesser für den Pflegezustand der Häuser.

Ansteckende Krankheiten, Durchfälle und Ausschläge sind die ständigen Begleiter der zu Pflegenden und des Pflegepersonals. Die Erreger kommen natürlich nicht nur in den Heimen vor, sie kommen mit Patienten aus den Krankenhäusern, teilweise sicher auch aus nicht ausreichend auf Desinfektion achtende Wäschereien, Besucher und Angehörige bringen sie mit oder das Pflegepersonal von abteilungs- und hausübergreifenden Tätigkeiten. Erstaunlich ist, dass es Einrichtungen gibt, die besonders dauerhaft und immer wieder von diesen Krankheitserregern betroffen sind. Da alle modernen Einrichtungen mit dem Qualitätsmanagement arbeiten sollte es möglich sein, die Herde zu identifizieren und zu bekämpfen. Aber das Leben richtet sich nicht nach festgeschriebenen Regeln. Die Menschen handeln am Ende doch nach ihrem Muster und sie verdrängen.

Bewegung und Unterhaltung, wer Angehörige hat und selbst im Heim mobil ist und das Glück hat auf gleichgesinnte Hausgenossen zu treffen ist klar im Vorteil. Ja, es gibt das Mindestmaß an vorgeschriebenen Beschäftigungsminuten für Bewohner. Ob Fahrstuhlausfahl oder krankheitsbedingter Personalmangel, über 365 Tage des Jahres kann es zu vielen Einschränkungen dieses vorgeschriebenen Musters kommen. Meine Großmutter wurde in einem Heim mit unzureichender Flüssigkeit versorgt. Sie wäre fast daran gestorben, wenn es den Angehörigen nicht aufgefallen wäre. Wie viele Menschen sterben schon an unzureichender oder falscher Versorgung? Wir wissen es nicht! Wir werden es auch nicht erfahren, gestorben aus Altersschwäche ist ein alltäglicher Fall, der keiner weiteren Untersuchung bedarf.

Was wir wissen ist, wie sich die Gesellschaft verändert. Wie Gruppen die Meinung vertreten, dass man Bürgern ab 60 Jahren keine besondere Aufmerksamkeit im Hinblick auf die gesundheitliche Versorgung mehr zukommen lassen muss. Wir wissen, dass Personalreduzierung in der stationären Pflege genauso zum Alltag gehört, wie in jedem X-beliebigen Betrieb. Wir wissen, dass dies eine Konzentration auf die Kernaufgaben des Pflegepersonals bedeutet, deren Erfüllung unter ständigem Zeitdruck erfolgen muss. Wir wissen auch, dass damit eine persönliche Hinwendung zu jedem einzelnen menschlichen Wesen in den Pflegeeinrichtungen kaum noch möglich ist. Wir wissen, wie sich die Gesellschaft im Hinblick auf den sozialen Zusammenhalt entwickelt, wie sich teilweise schon Familien auseinandertreiben lassen, vom ewigen Druck des Erfolges und der Anziehungskraft des Geldes. Die Kirche fängt schon an, in diese Richtung zu predigen. Dass sie kaum noch jemanden erreicht ist ihr eventuell bewusst, dass es zu spät ist, sollte ihr klar sein.

Die Kirchen konnten zwar ihren Beitrag zur Vernichtung des kommunistischen Systems leisten, als Nagel im Fleisch des Staates, sie konnten in jedem Fall und über die Jahrhunderte Dinge in Bewegung setzen, deren Endergebnisse sie allerdings oft nur als Beobachter bestaunen konnten. Alle Versuche, negative gesellschaftliche Entwicklungen aufzuhalten scheiterten kläglich.

Die Verantwortung liegt also wieder bei der Gesellschaft, die Entwicklungen zu beeinflussen. Sollte das Gute in der Welt siegen, wird die Sonne für alle wieder scheinen, hat der Gott aller Menschen sicherlich ein Lächeln im Gesicht.